Wann ist man ein Mann?
16. Mai 2007

foto: Freundeskreis-Selfkant
Ich habe es heute im Supermarkt erfahren, als mich die Kassiererin verabschiedete. Morgen ist Männertag. Und ich hatte ihn so schön verdrängt!
Neben Sylvester ist der Männertag einer jener Anlässe die ich am liebsten allein zu Hause begehe. Ich habe nie verstanden, welchen Mehrwert unkontrolliertes Saufen, Grölen und sich generell daneben benehmen haben soll. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass es den teilnehmenden Männern gefiel. Die wollten es genauso hinter sich bringen wie ich selbst und währenddessen möglichst den anderen Besoffenen aus dem Weg gehen. Oder selbst so besoffen sein, dass die anderen Besoffenen zu Freunden wurden.
Interessant ist der Umstand, dass es sich bei diesem Feiertag eigentlich um Christi Himmelfahrt handelt, also der Tag an dem Jesus in den Himmel aufgestiegen ist. Vermutlich stocknüchtern, wie ich ihn kenne. Obwohl ich es ihm nach den Strapazen gar nicht übel nehmen würde, wenn er sich einen hinter die Binde gegossen hätte.
Den tatsächlichen Vatertag haben dann die Amis eingeführt, 1924, zur Ehrung des Vaters und als Gegenstück zum Muttertag. Wie es vom Ansinnen dieser gerechtfertigten Ehrung zu lallend umherstreifenden Typen mit Handwagen kam, konnte ich in meiner Recherche nicht nachvollziehen.
Wohl aber heißt es bei Wikipedia: „Die heutige Form des Vatertagfeierns ist Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin und Umgebung aufgekommen und erfreut sich bei Männern immer noch großer Beliebtheit.“
Und außerdem: “Der Tag ist vor allem in Ostdeutschland durch die so genannte Herrenpartie gekennzeichnet, die auf heidnische Flurbegehungen zurückgeführt wird. Die Teilnehmer (nicht nur männlich - jung und alt) machen dabei meist eine Wanderung, während der oftmals viel Alkohol konsumiert wird, weshalb häufig Bollerwagen, Kremserwagen (Kutschen), Fahrradanhänger, Kärnchen oder Schubkarren, manchmal sogar traktorgezogenen Anhänger mitgenommen werden, um Getränke besser transportieren zu können. Häufig werden die Gefährte mit Birkenzweigen geschmückt.“
Da haben wir es wieder: Die Ossis waren es.
Na egal. Ich werde mich morgen mit meiner Steuererklärung befassen. Die ist viel betäubender als jeder Alkohol, führt aber in der Regel zu einem ähnlichen Kater.
Unabhängig von meiner persönlichen Meinung wünsche ich meinen männlichen Artgenossen einen schönen Vatertag und viel Spass. Den Frauen wünsche ich Geduld.





*unterschreib* - Ich kann damit auch nix anfangen. Aber ich kenne welche (www.fettgusche.net) die drehen jedes Jahr eine Runde und haben viel Spaß dabei.
Zu Deiner Herkunftrecherche: ich habe irgendwie im Hinterkopf, daß es was damit zu tun hat, daß die Leute vom Land im Mittelalter den freien Tag genutzt haben, um ihre Ländereien zu inspizieren und abzuschreiten. Kann aber auch eine Urban Legend sein.
Egal - wie es zu diesen Saufpartien auch gekommen ist …
Mir gefällt dein Beitrag!!
Jedenfalls kann ich der Sache auch nichts abgewinnen!
Vielleicht aber haben manche nach entsprechender “Ziehung” das Gefühl - in den Himmel zu fahren.
Das wäre doch auch eine Erklärung.
Oder?
Viele sind ja auch am Männertag in den Himmel gefahren, wenn man die Nachrichten am nächsten Tag gehört hat.