Strafzoll

1. Oktober 2007

Fünf Formulare, 10 Euro Gebühren und eine Stunde Lebenszeit. Dies ist die Bilanz meiner neuesten Anschaffung aus USA, dem Digg Hoodie von Jinx.

Mir war klar dass Klamotten kaufen über das Internet nicht die smarteste aller Möglichkeiten ist, aber in diesem Fall gab es keine andere Quelle. Also hab ich es getan.

Der Hoodie sah nicht schlecht aus auf den Fotos im Netz. Wie Hoodies halt so aussehen. Grundpreis etwa 35 Dollar, Verschiffung nochmal 10. Der Dollar stand günstig. Ab dafür.

Das was auf dem Foto nicht schlecht aussah, stellte sich als die absolute Minimalversion einer Rundstrickware heraus. Billigstes Grundmaterial, nahezu transparent. Die Bedruckung sieht aus wie erbrochener Tapetenkleister mit Latte Macchiato. Geschätzter Warenwert: 3 Dollar.

Doch damit nicht genug. Die Sendung wurde abgefangen vom deutschen Zoll, zwecks Nachverzollung. Ich fuhr also zum Zollamt und wartete auf einen Zollbeamten, der meinen Fall bearbeiten würde. Nach 10 Minuten kam er, war durchaus freundlich und begann alsbald mit dem Papierkrieg. Allein das dauerte nahezu eine halbe Stunde.

Der Ehrlichkeit halber sei bemerkt dass Jinx auf die Eventualität der Nachverzollung eindeutig hinweist, ja sogar davor warnt. Mir war also klar, dass etwas in dieser Art passierten könnte. Nur das ich ein Drittel des Warenpreises würde nachzahlen müssen, hatte ich nicht geahnt.

Im Übrigen klärte mich der Zollbeamte auf Anfrage darüber auf, dass ich nicht verpflichtet sei die Ware anzunehmen. Viele Kunden ließen ihre Ware regelmäßig zurückgehen, weil sie den Strafzoll nicht zahlen wollen. Auch fragte ich, warum diese Strafgebühr überhaupt erhoben werde, woraufhin der Beamte ehrlich antwortete: “Das weiss ich auch nicht.”

Kommentare

7 Kommentare für “Strafzoll”

  1. Henning am 1. Oktober 2007 um 19:29 Uhr

    Es muss an der Natur des Menschen liegen und daran, dass diese Natur das Lachen über andere begünstigt. Aber ich musste schallend lachen, als ich den Artikel zu Ende gelesen hatte.

    Aber im Ernst: ich hätte nicht gedacht, dass die Merchandising-Artikel von Jinx so qualitativ schlecht sind. Hm…

  2. Eric am 1. Oktober 2007 um 19:44 Uhr

    D ie Qualität
    I st
    G erade mal unterste
    G renze

  3. michael am 1. Oktober 2007 um 19:45 Uhr

    Vielleicht ziehe ich ihn am Mittwoch an Eric. Dann kannst du dir ja selbst ein Bild machen…

  4. Eric am 1. Oktober 2007 um 19:47 Uhr

    Ich möchte auch schon seit Ewigkeiten ein Chicago Cubs Cap im Design von 1934 bestellen. Der Preis von 24,99 $ ist an sich Ok, aber 30 € Versandkosten nach Deutschland + evtl. Zoll, das schlägt dem Faß den Boden aus.

    Mein Stück der Begierde: http://mlb.imageg.net/graphics/product_images/pMLB2-1752852dt.jpg

  5. michael am 1. Oktober 2007 um 19:50 Uhr

    So’n Ding kriegste doch hier für 10 Euro. Den Unterschied sieht kein Mensch.

  6. Eric am 1. Oktober 2007 um 19:54 Uhr

    Schon mein 3. Kommentar - schade, daß man Kommentare nicht editieren, mir fällt später manchmal noch was ein.

    Ich kaufe / bestelle gern bei http://www.GAP.com
    In Deutschland gibts ja wohl keinen Laden mehr, oder? Hab gehört, daß die in FFTM und Berlin zugemacht haben.
    Ich finde dort immer viele Klamotten für meinen Stil. Ich mag ja nicht so die großen Logos auf der Brust oder sonstwo. Eher dezente Casuals, die gut aussehen und wo man nicht gleich sieht, wo es her kommt.

  7. Eric am 1. Oktober 2007 um 19:56 Uhr

    >So’n Ding kriegste doch hier für 10 Euro. Den Unterschied sieht kein Mensch.

    Ich bezweifel, daß ich sie in dem Stil für einen 10 er bekomme.
    Ich hätte sie schon gern original, das hat etwas mit einem bestimmten Film zu tun ;-)

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