Schaut auf diese Stadt

11. April 2006

Verdammt!
Hans-Peter hatte Recht. Es gibt ihn wirklich, den Herrn van de Velde. Architekt und Designer heißt es hier. Ein vielseitiger Mensch. Belgier.
Überall hat er rumdesigned: Gent, Weimar, Chemnitz UND…Gera. Jahaaaa!
Die Villa Schulenburg um genau zu sein.

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In jener Villa war ich heute abend. Aber nicht etwa um die Architektur zu bewundern, obwohl diese wirklich sehr schön ist, sondern um dem Treffen des Geraer Kulturstammtisches beizuwohnen.

Ich hatte davon gelesen in der Zeitung und ich fand es interessant einflussreichen Menschen dieser Stadt dabei zuzuhören während sie über die Vermarktung Geras reden.

Da saßen Geschäftsführer von Werbeagenturen, ein Kulturdirektor, ein Tourismusverantwortlicher, ein Marketingexperte aus Nürnberg und etwa zwanzig andere weniger definierte Personen. Presse vermute ich mal und ein paar Künstler sicherlich.
Privatbürger dieser Stadt waren auch anwesend, aber nur in Form des Bedienpersonals.

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Der Marketingexperte sprach zuerst und meinte: Die Vernetzung fehle und die Kommunikation zwischen den Werbenden. Außerdem gebe es kein Zugpferd für Gera. Nichts herausragendes, kein Superlativ.

Würde ich so unterschreiben. Wenn mich jemand fragen würde was an Gera so besonderes ist, wüsste ich auch keine schnelle Antwort.

Der Experte wieder: Die BUGA 2007 sei aber ein schöner Aufhänger. Die erste BUGA mit zwei Städten. Die erste BUGA an einem Fluss. Die BUGA mit der längsten Ausdehnung. So zum Beispiel.

Ein anderer: Oder Otto Dix. Großer Künstler, geboren in Gera. Gut, die Kunstsammlung ist nicht wirklich groß, aber das könne man ja ändern.

Noch ein anderer: Man müsse vor allem nach innen Marketing betreiben. Die Geraer selbst seien das größte Potential.

Stimmt, aber sie seien zu sehr mit meckern beschäftigt.
Großes Kopfnicken. Ich applaudiere in Gedanken.

Interessanterweise seien es die Außenstehenden, die Zugereisten, die Gera am schönsten fänden. Das sei doch grotesk.
Vielleicht solle man das vermarkten. Gera als Paradoxon. Geliebt von der Welt, verschmäht von der eigenen Bevölkerung.
Marketingleute sind wirklich komisch.

Resümierend gab es keine wirkliche Einigung über ein besseres, gemeinschaftliches Marketing, aber ich hatte das Gefühl, dass sich etwas Gutes entwickelt. Auch wenn ich Otto Dix nicht als Flagschiff für Gera hernehmen würde.

Aber am Ende sagte noch jemand was zum Thema Internet und das fand ich bemerkenswert. Er sagte, dass Gera im Netz nur wenig und, falls doch, sehr wenig ansprechend vermarktet werde.
Und da hat er meine volle Zustimmung. Es wäre so unendlich einfach die Stadt auf einer schönen Seite zu bewerben, aber das bekommt niemand wirklich hin. Warum?

Beinahe wäre ich aufgestanden und hätte was zum Thema Bloggen und Podcasten gesagt, dem gewaltigen kreativen Potential der Geraer Internetnutzer und der Menschen überhaupt.

Vielleicht beim nächsten Mal.

Kommentare

2 Kommentare für “Schaut auf diese Stadt”

  1. Eric am 12. April 2006 um 06:14 Uhr

    In Gera hat sich längst eine Szene entwickelt, von der diese Leute anscheinend gar nichts wissen. Private Leute, die mit viel Eigeninitiative etwas für Gera tun. Sei es dein Blog, oder Sillis Webseite oder die vielen anderen Webseiten, die Gera nach außen präsentieren.
    Ich hätte auch einen Vorschlag für die Vermarktung von Gera: Das leerstehende zig-Millionen Euro Bundesbank Gebäude wäre bestimmt sehr interessant für Filmproduktionen. Wo sonst gibt es die Möglichkeit in einem Gebäude mit modernster Sicherheitstechnik zu drehen. Ideal für Bankraub- oder Actionfilme. Aber wenn natürlich keine Produktionsfirma weiß, daß es so etwas gibt…

    Eric

  2. micha am 13. April 2006 um 17:07 Uhr

    Dann wärs doch sinnvoll, wenn sich alle an einen Tisch setzen und gemeinsam überlegen. Ich glaube, wenn jeder sein Süppchen kocht, bringt und das nicht wirklich weiter.

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