Radio-G on the Air

30. Dezember 2006

micSamstagabend. Trackback auf Fritz.
Ich hör jetzt schon seit einer Stunde zu. Mittlerweile reden Johnny Häusler und Sascha Lobo über die Professionalisierung von Blogs. Es geht eigentlich um alles. Außer um mich. Verdammt!

Schon vor Tagen hatte ich zwei von mir gelesene Texte an Johnny geschickt in der Hoffnung er würde zumindest einen davon spielen. Das zusammen mit der Platzierung von Radio-G in den Podcast-Charts sollte zu einer Explosion, wenn auch kurzfristig, führen, welche dann wiederum in eine echte Professionalisierung meines Blogs und Podcasts münden könnte. Und da sind wir doch beim Thema.

So denken Profi-Blogger! mein lieber Johnny. Zumindest glauben Sie so denken zu müssen.

Ein Jahr des Schreibens und Lesens liegen hinter mir und dem ständig wachsenden aber dennoch überschaubar verbleibenden Radio-G Publikum. Ein Jahr mehr oder minder sinnfreier, unterhaltsamer Texte und Podcastsendungen. Man muss sich ja immer was Neues ausdenken um nicht durch das Raster der Gleichgültigkeit zu fallen.

“Ihr könnte auch im Studio anrufen!” sagt Johnny und ich denke nach. Jemand mit einem Mobiltelefon macht den Anfang. Es kratzt, es flattert, die Verbindung ist schlecht. Ich kann Johnnys Finger über den Regler schweben hören, der gleich den Anrufer wegschieben wird.

Na dann! Wo ist jetzt diese Nummer. Das letzte Mal hab ich bei Kuttner angerufen, aber das ist lange her. 0331 irgendwas…

Ah! Hier isse. Eingetippt das Ding, es tutet und jemand den ich nicht kenne hebt ab. “Ja wer bist du denn?” “Und du willst sicher in der Sendung mit diskutieren?” Der Mann ist Hellseher, ganz klar.

Am Ende der Freundlichkeitsschleife doch noch eine deutsche Befehlsfrage: “Stadt und Alter?”

Danach werde ich direkt ins Studio geschaltet und nach ein paar Sekunden geht Johnny tatsächlich ans Telefon, sagt meinen Namen und dann bin ich einfach dran.

Dieses nervöse Beben welches Adrenalin im Körper verursacht bemächtigt sich meiner auch diesmal und wird es wohl jedes weitere Mal tun. Ist das der Druck der Öffentlichkeit oder der Selbstdruck, von dem man meint es wäre der Druck der Öffentlichkeit?

Andererseits hat mich ein Jahr der Rampensauerei so konditioniert, dass ich solchen Situationen jetzt vergleichsweise unaufgeregt begegne. Die eigentliche Schwierigkeit besteht darin etwas halbwegs Profundes zu sagen.

Es gelingt leidlich und da wo ich nicht weiter weiß, stelle ich einfach Gegenfragen. Das habe ich so gesehen bei Podiumsdiskussionen und Sabine Christiansen. Am Ende werden etwa 15 Minuten Gespräch daraus und es macht richtig Spaß.

Nachdem der Hörer wieder auf dem Apparat liegt, lässt das Zittern langsam nach und weicht einer seltsamen Freude. Der Freude dabei gewesen zu sein, Audiogeschichte mitgeschrieben zu haben und sich viel zu wichtig zu nehmen. Wenigstens für ein paar Minuten.

Kommentare

4 Kommentare für “Radio-G on the Air”

  1. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Letzte Kurznachrichten in diesem Jahr am 31. Dezember 2006 um 02:02 Uhr

    […] Michael von Radio G hat mit Spreeblick-Trackback-Johnny Häusler telefoniert und “hat Audiogeschichte mitgeschrieben” und sich dabei “viel zu wichtig” genommen :o) […]

  2. Lorenz am 31. Dezember 2006 um 12:36 Uhr

    Echt super, war ziemlich interessant. Eigentlich wollte ich mir Trackback erst im neuen Jahr anhören, aber das muss ich mir schon noch 2006 geben. Guten Rutsch lieber Michael

  3. johnny am 2. Januar 2007 um 12:45 Uhr

    Deine Takes spiele ich gerne noch, hatte ich auch dabei, aber die Zeit, die Zeit…

    Und du klangst sehr souverän, überhaupt nicht nervös, fand ich. Frohes Neues!

  4. michael am 2. Januar 2007 um 13:04 Uhr

    Danke Johnny, du auch!

    Ah, die Takes kommen noch. Das ist schön!

    Nur gut das Nervosität und Souveränität koexistieren können, sonst wäre das ja ganz und gar peinlich geworden.

    :)

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