Radio-G 182 - Warst Du wählen?
8. Juni 2009

Der Wahlsonntag ist vorbei. Die Wahlbeteiligung spricht eine deutliche Sprache, aber sie gibt keine Antwort auf das Warum.
Deshalb hat Radio-G in einer spontanen Livesendung die Skype- und Telefonleitungen frei geschaltet und Hörer gefragt, ob und warum sie gewählt haben, oder warum nicht.
Mit dabei:
- René aus Jena
- Henning, Nähe Kiel
- Eric aus Gera
- Ryan aus Wien
- Sarah aus Düsseldorf
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schöne sendung, auch wenn ich einige meinungen nicht nachvollziehen kann.
wählen ist vor allem wichtig, damit die extremen parteien nicht an die macht kommen! in gera ist dieses mal durch wegfall der 3% hürde auch erstmals die npd in den stadtrat eingezogen. in dresden konnten wir die npd auf 2 sitze runter drücken. im übrigen hat dresden die 2. größte wahlbeteilung nach stuttgart gehabt (im vergleich der 15 größten städte).
eure verwunderung über die unterschiedlich wahlbeteiligung bei europa und kommune kann ich mir nur wie folgt erklären. zur europawahl sind einfach mehr personen zugelassen. jeder eu bürger darf wählen.
Danke Johannes!
Für mich wird interessant werden, ob die CDU mit der NPD kungeln wird, wenn es hart auf hart geht.
Das wäre doch mal ein schöner Weckruf, besonders für junge engagierte CDU-Parteimitglieder.
Hoffen wir dass es ausbleibt.
das wird mit sicherheit ausbleiben! das sind ganz schlechte karten, dass du das noch erlebst
Hallo, man kann das EU-Parlament besuchen….Du warst ja neulich in der Gegend….bei etwas mehr Zeit hättest Du ja dort vorbeischauen können und nebenbei das gute Essen auf beiden Rheinseiten genießen können…
… näheres hier: europarl.europa.eu…und viele Grüße…
Jetzt konnte ich wenigstens die Anfang “nachhören”, nachdem Du mich 1/2 Stunde Deine Reaggae-Endlosschleife auf dem anderen Stream hast hören lassen
Achso: Wenn unser Telefonat zu lang wird, dann schreibs am besten im Chat, dann mußt Du nicht bei mir hinten dran was abschneiden, sodaß auch meine Verabschiedung von der Hörerschaft mit weggeschnippelt wird. Alle haben sich schön verabschiedet und bei mir ist es einfach weg
Ansonsten coole Sendung…fand ich auch schon beim Live anhören. Ich kanns nur allen empfehlen bei der Live Sendung zuzuschalten. Denn der Podcast ist nicht gleich der Livesendung! In der Livesendung passiert noch viel mehr, das schneidest Du aber raus, weil es sonst zu lange dauern würde (siehe meine Verabschiedung
)
@Eric
Ich mag deine Mischung aus Arschtritt und Lob.
Noch ne Bitte von mir an die Hörer: Wenn euch die Sendung gefallen oder auch nicht gefallen hat, gebt bitte die entsprechende Sternchenwertung.
Ist nur ein Klick und er hilft neuen Hörern bei der Auswahl der hörenswerten Sendungen.
Danke!
Ich finde es erstaunlich, wie ruhig Du immer bleibst und versuchst, die z.T. himmelschreiend unreflektierte Sülze Deiner Interviewpartner zu relativieren, obwohl Du das z.T auch zu wenig machst.
Diesmal war es mal wieder extrem ärgerlich.
Mit diesem faschistischen Dreck von wegen wir brauchen einen Führer, der uns alle in die gleiche Richtung schauen läßt, gings ja schon gut los. Dann der Typ, der die politische (Schüler)Bildung der DDR gelobt hat - Das war Indoktrination! Das hatte nichts mit politischer Bildung zu tun!
Und den Vogel hat mal wieder die “Ich bin ja so wahnsinnig wichtig”-Ärztin aus Düdo abgeschossen, die ihren sehr beschränkten Horizont mit Arroganz und Einbildung ausgleicht. (Sehr schön Dein Einwand, daß die Rechten ja absolut betrachtet schon ziemlich wenig % haben)
Phrasendreschen am laufenden Band (”kreativ befruchten”, “Minderheit bestimmt”), unausgegorene Meinungen (Anarchiewunsch), Realitätsverweigerung (”fast chinesische Verhältnisse”) und Verfolgungswahn (Verschwörungstheorie zum Abschneiden der Piratenpartei, weil sich das Ergebnis nicht mit ihrem scheuklappigen, über Facebook erstellten Bevölkerungsdurchschnitt deckt). Und sehr schön auch das Beispiel mit dem Olympiaboykott als Erfolg für diese Organisation. Wurde Olympia denn boykottiert?
Dummes, eitles Gewäsch - ähnlich wie auch schon in der Sendung über sie damals.
Hallo Gregor!
Du hast ja ein hitziges Gemüt.
Ich kann dir das mit meiner relativen Ruhe gern erklären. Als ich jünger war, habe ich genauso hart argumentiert und auf meinem Standpunkt beharrt.
Irgendwann habe ich begriffen, dass die Meinung eines jeden Menschen seine spezifische Sicht auf die Dinge ist und diese Sicht meistens eine Historie hat, die mit dem bisherigen Leben dieses Menschen in Zusammenhang steht. Diesen Gesichtspunkt kalkuliere ich seitdem ein.
Meinungen sind Momentaufnahmen, weil sich die Erfahrung der Menschen ständig ändert. Bei einigen langsam, bei anderen schneller. Wer heute so argumentiert, kann morgen schon begriffen haben, dass seine Meinung von gestern nicht gerade fundiert war. Und wer richtig gut ist, wird auch begreifen, dass seine heutige Meinung morgen die Meinung von gestern gewesen sein wird.
Wir unterliegen als Menschen alle einem gewissen Tunnelblick und ich glaube die beste Art damit umzugehen, ist Anderen die Möglichkeit zu geben sich zu äußern ohne sie zu verurteilen.
Sie “sehen” es halt so.
Hallo Michael,
bin etwas spät dran - habe deinen Gedanken vom 8.6. erst heute gelesen. (CDU mit NPD kungeln …)
Ich bin mehr oder weniger über diesen Gedanken erschrocken. Lebst du wirklich außerhalb jeder Realität?!
Aber - ich denke mal - du wolltest nur provozieren, um Meinungen hervor zu locken.
Ich hoffe es jedenfalls!
@Johannes
Danke für die Info!
@Just
Ja sicher, ich will schon provozieren. Aber ganz ohne Substanz war der Gedanke nicht.
Mir fehlt zwar der direkte Einblick in die politische Gedankenwelt der CDU, aber im Spektrum aller Parteien kommt sie als konservativste Partei der NPD nun mal am nächsten.
So extrem abwegig ist die Frage nach gewissen Schnittmengen, die sich politisch ausnutzen lassen, also nicht.
Außerdem sollte man nicht vergessen, dass es schon andere Situationen gab, in denen bestimmte Parteien die Zusammenarbeit mit bestimmten anderen Parteien kategorisch ausgeschlossen haben.
Zumindest solange, bis es um die Macht ging…
Michael,
ich weiß jetzt nicht genau, ob du dich öffentlich bei
radio-g auf eine ausführliche politische Diskussion einlassen willst.
Ich finde jedenfalls, dass Schnittmengen zwischen CDU und NPD finden zu wollen von politischer Unkenntnis zeugen und gefährliche Signale an politisch Desinteressierte und Unwissende aussenden.
Wie gesagt - ich würde meine Auffassung dazu gern ausführlich begründen.
Ein “kleiner Wink” von dir reicht…
Just
@Just
Meine politische Unkenntnis in Bezug auf die CDU ist die Grundlage meiner Frage nach den Schnittmengen. Steht übrigens auch in meinem Kommentar.
Ich gebe nicht vor zu wissen, dass es solche Schnittmengen gibt, sondern frage nach der Möglichkeit ihrer Entstehung.
Insofern: Wink!
Also - auf gehts … Michael …
Wo sind die Schnittmengen zwischen CDU und NPD??
Schon der Gedanke, dass es solche gibt, ist ein Absurdum und - ich betone es nochmals - gefährlich!!
Nun könnte ich lange Begründungen schreiben für meine Feststellung; ich will aber versuchen mit einigen erläuternden Fakten diese aus Unwissenheit herrührenden Gedanken zu entkräften. Sollte es nicht reichen, bin ich gern zu ausführlicheren Erläuterungen bereit.
Zuvor noch etwas zu der Aussage - die CDU sei die konservativste Partei. Was ist unter heutiger Sicht konservativ?
Antwort: Erhaltung von Werten, die sich in der Vergangenheit zum Wohl des Menschen bewährt haben. Dazu gehören humanistische Grundwerte, wie sie im Grundgesetz verankert sind. Keinesfalls aber gehören dazu Aussagen und Parolen der Neonazis.
Fakten: Die Gründungsidee zur CDU/CSU war in den Widerstandskreisen und Gestapo-Gefängnissen im Bewusstsein gemeinsamer Schicksale, politischer Überzeugungen und Leitbildern unabhängig von Konfessionen entstanden. Die Gründungsaufrufe 1946 waren in der Mehrzahl von NS-Verfolgten, KZ-Häftlingen oder Emigrierten unterschrieben. Der erste Vorsitzende der CDU, Andreas Hermes, war wegen Beteiligung am Attentat am 20. Juni zum Tod verurteilt worden, wurde aber vor dem Hinrichtungstermin im April 1945 befreit.
Die CDU vertritt die im Grundgesetz verankerte Freiheit des Individuums und setzt damit ein deutliches Zeichen gegen links- oder rechtsextremistischen Kollektivismus wie „Sozialistische Menschengemeinschaft” oder die von der NPD deklarierte „Volksgemeinschaft” aus der Zeit der Nazi-Diktatur.
Die CDU steht für 60 Jahre Erfolgsgeschichte der Bundesrepublik, für soziale Marktwirtschaft, für die Förderung eines vereinten Europas, für die Integration von Mitbürgern aus anderen Teilen der Welt ….
Die NPD hingegen ist aus ihren Zielen her abgeleitet - nationalistisch, selbsterklärt verfassungsfeindlich und rassistisch ausgerichtet. Alle Lebensbereiche wie Wirtschaft, Politik oder Kultur sollen ausschließlich deutschnational orientiert werden. Ausweisung der nichtdeutschen Bevölkerung aus der Bundesrepublik, Wiedereinführung der Deutschen Mark, austritt aus Bündnissen wie NATO und EU und mehr - sind erklärte Ziele der NPD.
Wahrscheinlich müsste noch viel mehr zu diesem Problem gesagt werden. Aber vielleicht reicht es erst mal als Diskussionsgrundlage, um Schnittmengen zwischen CDU und NPD zu finden.
@Just
Ich habe deinen Ausführungen aus bereits genannten Gründen nichts fundiertes entgegen zu setzen.
Ich weiß nicht genug über die CDU und rein gar nichts über die NPD.
Deswegen werde ich mir auch keine abschließende Meinung anmaßen, weder in die eine, noch in die andere Richtung.
Aber ich werde gern über Meinungsbildung reden. Zum Beispiel habe ich beim Lesen deines Kommentars das Gefühl, dass es sich nicht um dein eigenes, erfahrenes Wissen handelt, sondern um Informationen aus anderen Quellen.
Meines Wissens bist du erst seit sehr kurzer Zeit Mitglied der CDU und kannst demnach nicht über tiefgehende Erfahrung in Bezug auf die Wirklichkeit dieser Partei und den Unterschied zwischen politischer Theorie und Praxis verfügen.
Was die NPD angeht, nehme ich an, dass du Informationen aus der Presse oder anderen “Zweite Hand Quellen” wiederkäust, statt persönliche Recherchen zu betreiben.
Das würde bedeuten mit Vertretern der NPD zu reden und aus erster Hand zu erfahren, was es mit diesen Menschen und ihren Ideen auf sich hat.
Das tut kaum jemand. Aus Angst. Nicht etwa aus Angst vor der NPD, sondern aus Angst vor Repressalien aus den eigenen Reihen.
Nicht umsonst hast du es als “gefährlich” bezeichnet, dieses Thema aufzugreifen.
Ich sage, dass man genau diese Themen aufgreifen muss, weil die Fragen sowieso in der Luft liegen. Und sie verschwinden nicht, indem man sie nicht beantwortet oder ihre Existenz leugnet.
Vor einigen Jahren ist die NPD mit einigen Vertretern in den Sachsen-Anhaltinischen Landtag gewählt worden. Ein großer Aufschrei ging durchs Land, es wurde viel Angst verbreitet und Hass geschürt.
Nichts davon wäre nötig gewesen. Die Vertreter der NPD haben sich und ihre Fraktion bei jeder Gelegenheit in der Öffentlichkeit bis auf die Knochen blamiert und ihr wahres Gesicht gezeigt. Man hat sie buchstäblich in die Bedeutungslosigkeit gelacht.
Ich glaube die Deutschen als Volk haben sich ideologisch zu weit entwickelt, um wieder auf Nazis herein zu fallen. Das Thema ist einfach durch.
Was leider noch nicht durch ist, ist das voreilige Ausgrenzen bestimmter Gruppen.
Ich darf dich daran erinnern, dass CDU-Mitglied und Altkanzler Helmut Kohl in den frühen Nachwendejahren mit allen Mitteln und unter anderem mit seiner “Rote Socken” Kampagne versucht hat, die PDS aus der Bundespolitik zu katapultieren. Ihm war jedes Mittel recht, auch Ausgrenzung, Diffamierung und Kriminalisierung. Hätte er seinen Willen bekommen, wäre die PDS seit langem verboten.
Erreicht hat er das Gegenteil. Die Linke ist populär wie nie, mancherorts populärer als die CDU.
Ich selbst habe keine Präferenzen was diese beiden Parteien anbelangt. Aber die Dynamik finde ich sehr interessant.
Gut gekondert, Michael!
Aber darum geht es wohl nicht.
Grundsätzlich gebe ich dir in vielen Punkten recht.
Woher sollte ich mein Wissen über Ziele von Parteien haben? Natürlich von Informationen aus Presse, Rundfunk, Fernsehen und Lehrbüchern und möglichst von vielen verschiedenen Quellen. Nur so können wir zu einer eigenen Meinung gelangen, die sich letztlich aus Lebenserfahrungen und Informationen bildet, wobei wohl die Lebenserfahrung dominiert. Das Sich-Einsetzen für Überzeugungen, die aus einem langen ideologischen Prozess entstanden sind, und die daraus resultierenden Mitgliedschaft in einer Partei, ist sozusagen nur das i-Tüpfelchen einer solchen Entwicklung.
Die Dauer der Mitgliedschaft spielt dabei keine Rolle.
Die Dynamik im politischen Geschehen ist selbstverständlich interessant. Aber eben auch deren Triebkräfte!
Warum bekommt die Linke diesen Zulauf? Wie kann es dazu kommen, dass es in Gera zwei NPD Stadträte nach der Wahl gibt? Warum dieses Liebäugeln der SPD mit der LINKEN? Eine Menge interessante Beobachtungen und Bewegungen.
Ich habe während des Wahlkampfes auf der Straße einige Erfahrungen gesammelt, um mir ein Bild über die politische Meinungsvielfalt in Gera machen zu können.
Schnittmengen zwischen CDU und NPD, um die es ja in unserem Diskurs geht, können, so absurd sie auch sind, natürlich herbei geredet und von bestimmten politischen Kreisen aufgenommen werden.
Diese Gedankengänge nutzen, wenn sie laut werden, den Neonazis!!
Freilich könnten wir diskutieren, ob man überhaupt politische Positionen beziehen soll oder nur zuschauen und werten. Meine Meinung ist, das ist sicherlich aus meinen Ausführungen hervorgegangen: „Es ist wichtig - Position zu beziehen!.
Ich kenne da einen schönen Spruch: „Wer in der Demokratie einschläft, kann schnell in einer Diktatur aufwachen.”
Naja - ein langes Thema … Wir werden sehen ….