Puppentheater
25. April 2006

Das Courtyard Marriot Hotel in Gera. Heute 19.30 Uhr.
Etwa 300 Menschen, gute Stimmung, schlechte Luft. Eine Podiumsdiskussion soll es geben. Geladen sind die 4 Oberbürgermeister-Kandidaten für diese Stadt. Drei sind gekommen. Einer ist krank.
Moderatorin des Abends ist Sina Peschke. Normalerweise beschallt sie Thüringen bei Radio Landeswelle. Heute hier, sie stammt aus Gera.
Inzwischen schieben Hotelangestellte eine Trennwand auf, um den Raum zu vergrößern. Dann endlich öffnet jemand Fenster. Es war an der Zeit.
Vorne auf der Bühne stammelt ein Vertreter der Wirtschaftsjunioren eine Anmoderation zurecht. Er spricht über die Veränderung der Sitzverteilung im Rathaus nach der Oberbürgermeisterwahl. Ah, mal was neues, denke ich, aber der Mensch hat sich einfach in der Wahl geirrt.
Dann übernimmt Sina das Ruder. Souverän, teilweise spritzig, in Ansätzen originell. Nicht schlecht. Um Wirtschaftsfragen soll es gehen. Bitte beim Thema bleiben. In der ersten Runde darf jeder Kandidat 5 Minuten reden. Sinas Küchenuhr mißt die Zeit.
Sie gehen es ruhig an, die Darsteller. Kräfte sparen. Denn später, das wissen sie, wird angeschuldigt, gepetzt, unter die Gürtellinie geschlagen. Das ganz normale Wahltheater.
Für wen nur? Was soll das bringen? Wieso muss man sich immer für einen entscheiden? Alle drei haben ihre eigenen Meinungen und Vorteile. Es sind halt Menschen, aber sie bewerben sich für den Posten eines Übermenschen. Schon im Ansatz grotesk.
Und so argumentieren sie und versuchen 16 Jahre Vergangenheit und fünf Jahre Zukunft in einer Stunde auf den Punkt zu bringen. Straßenbau, BUGA, Stadtbahnlinie 1. Einer kassiert hier Punkte, der andere dort. Dann wieder sagt einer was Dummes. Es wird gebuht. Eine Farce.
Am Ende wieder eine Runde. Diesmal nur eine Minute Zeit. Hans Rosental hätte seine Freude gehabt. Sina borgt sich die Uhr des amtierenden Bürgermeisters. Ihrem Küchenwecker war das alles zu dumm geworden.
Das Gespräch ist vorbei. Jetzt werden Stimmzettel eingesammelt. Ein Probewahlgang sozusagen. Wen würden Sie wählen, wenn heute Bundes…äh Oberbürgermeisterwahl wäre?
Die Zeit der Auszählung überbrückt ein Kinderchor. Ein Lied für Gera. Ich glaube die Gruppe Pur im Duktus des Vorsingers zu erkennen. Trotzdem schön. Im Sinne von Stadtmarketing.
Ein Mann tritt auf die Bühne, reicht Sina einen Zettel. Sie verliest das Ergebnis. Die beiden Spitzenreiter werden bejubelt, die anderen in Ruhe gelassen. Es ist vorbei.
Draußen in der Lobby steht Andreas Schmidt-Schaller und trinkt Bier. Wieso hat der nicht moderiert?





verschmitzt-schallende ohr-feigen, clever ausgelassen dat janze .. biss .. hin zum end-gültigen g-winner
der dry kandi.daten ..
vergisses, gar nicht erst nach frage ..
;o)
salü
PeT
Loriot würde sagen:
“Das ist fein beobachtet”
Diese Posse läuft übrigens auf “heavy Rotation” auf dem OKG.
Viel Spaß beim abschalten…
Kleine Korrektor am Rande: Sina Peschke stammt aus Hermsdorf - nicht das Geraer Hermsdorf, sondern das am Autobahnkreuz
bye - Torsten
Sina hat aber bei der veranstaltung selbst gesagt, sie stamme aus gera.
vielleicht ist sie erst später nach hermsdorf gezogen.
Hmm, dann sagt sie das wohl manchmal so, manchmal so:
auf der Webseite 750 Jahre Hermsdorf steht’s anders, und ausserdem ist die Schwester meines Schulfreundes Maik Walther 10 Jahre lang hier mit ihr zur Schule gegangen. Naja, wer weiss: vielleicht klingt Hermsdorf als Heimatort ja auch irgendwie zu provinziell (zumindest gegenüber Gera) ;-))
bye - Torsten