Meditativ

19. Januar 2006

Kurzer Bummel durch die Arcaden. Bei Promarkt wieder zu viel Geld ausgegeben, dann aber reumütig am Imbisstand gegenüber gespart: Heute mal Soljanka. Schmeckt hervorragend.

Beim Verlassen der Arcaden passiere ich eine automatische Drehtür. Während ich durchgehe, bleibt diese plötzlich stehen. Drei Einkäufer und 4 Einkaufstaschen rummsen gegen Glasscheiben. Massenträgheit.
Teutonische Gewaltbereitschaft blitzt in den Augen der Zwangsgeparkten. Wer war es? Schnell muss ein Schuldiger ausgemacht werden und der bekommt es dann richtig besorgt. Idiot! Assi! Wir sind doch hier nisch uffm Raumschiff Enderbreis!
Gern würde ich den aufgebrachten Menschen ein Meditationsseminar empfehlen. Yoga, zum Beispiel, wird ja mittlerweile von der Kasse gezahlt.

Im Puppentheater frage ich nach ob Andreas Schmidt-Schaller noch dort arbeitet. Tut er nicht, leider. Schon seit Jahren ist er weg. Nach Berlin sagt man mir. Er hat zu tun, im Fernsehen und so. Außerdem wird das Puppentheater jetzt vom „Großen Haus“ geleitet. Gemeint ist das Theater Gera-Altenburg.
Schade, den Ex-Polizeirufkommissar hätte ich gerne mal interviewt, obwohl ich nur einen Polizeiruf mit ihm wirklich gut fand, nämlich den, wo er und Borgelt sich mit den Tatortkollegen Schimanski und Tanner zusammentun. Großes Fernsehereignis der Wendezeit.

Im KuK gibt die IHK heute Bildungsmesse und alle sind gekommen. Handwerker, Polizei, Feuerwehr, Berufsschulen, Fachschulen, Kaufhäuser und sogar Nagelstudios. Sie alle wollen ausbilden.
Zwischen den Messeständen irren hunderte, orientierungslose Teenager umher. Vor fünf Jahren noch wollten sie Kranfahrer werden, Krankenschwester oder Cowboy. „Wenn ich groß bin…“ Heute wird strategisch geplant. Die Berufschancen, das Einkommen, der Status, die Zukunft. Und immer an die Rente denken. Übrigens, liebe Teenager, ein ganz heißer Berufstipp von mir: Yogalehrer.

Gegenüber vom Elsterforum esse ich ein paar Wiener im Senfladen. Hatte ich nicht eben erst Soljanka? Egal.
Den Senf kann ich mir aussuchen. Während ich esse schaue ich mir die Wand an, weil da so schöne handgemalte Bilder von Gera hängen. Der ganze Laden hängt voll davon. Ich frage die nette Verkäuferin, wer die denn alle gemalt habe. Sie weiß es nicht. Aber die Stadt auf den Bildern sei übrigens Altenburg.

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