Live nicht wirklich Life, aber Fun

14. Juni 2008

Podcasts sind per Definition nicht live. Das ist schön, weil man hinterher schneiden kann, wenn was schief geht. Andererseits beschneidet man so auch die Aktualität.

In diesem Sinne habe ich mich heute mal einer Stunde live Radio mit vier Kollegen in Erfurt hingegeben und muss sagen: “Es hat was!”

Es scheint beim Hörfunk Standard zu sein live Sendungen in relative enge Korsetts zu pressen und sehr genau zu planen (haben wir auch gemacht). Es wird viel vom Blatt abgelesen und eher wenig frei gesprochen. Das hatte ich so nicht erwartet.

Ich hatte sogar das Gefühl, das freie Sprechen und Improvisieren wird von den Profis merkwürdigerweise als unprofessionell empfunden. Vielleicht habe ich mich aber auch getäuscht.
Eine gepflegte Play-by-Play Moderation hätte heute jedenfalls hervorragend gepasst.

Ich finde wenn man schon live sendet, sollte man die Spontaneität die diese Form der Sendung auf ganz natürliche Weise mit sich bringt auch voll ausnutzen. Und ich denke das Publikum steht viel mehr auf das Unerwartete und Überraschende als man ihm zubilligt.

Vielleicht ist das ja ein zukunftsträchtiges Konzept für live Sendungen, dass man sie einfach gar nicht plant, sondern alles spontan passieren lässt. Viel direkter kann es dann gar nicht mehr sein.

Trotzdem war es eine prima Erfahrung und die Erfurter Kollegen waren super nett und hilfsbereit. Vielleicht wiederholen wir das mal.

Eigentlich wollte ich den Tontechniker für ein Podcast-Interview gewinnen, aber er stand derart unter Strom, dass ich ihm die zusätzliche Ablenkung nicht noch aufbürden wollte. Auch dies also später.

Kommentare

2 Kommentare für “Live nicht wirklich Life, aber Fun”

  1. ExPat am 15. Juni 2008 um 16:07 Uhr

    Improvisation ist prinzipiell eine nette Idee, aber leider artet das ganze meist nur in planloses (=langweiliges) Gelaber aus. Hoert man oft im hiesigen Studentenradio.

    Mich persoenlich wuerde ein Podcast uber Radio F.R.E.I interessieren, weniger von der technischen als inhaltlichen und grundsaetzlichen Seite.

  2. michael am 15. Juni 2008 um 20:31 Uhr

    Diese Gefahr besteht tatsächlich.

    Deswegen macht es Sinn sich die live Events gut auszusuchen und dann trotzdem eine gewisse, zumindest mentale Vorbereitung zu machen.

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