Immer auf Sendung

26. Juni 2008

Das Cafe Mephisto in Leipzig ist mir schon seit längerem als Magnet für allerlei Prominenz bekannt.

Gestern saß ich wieder dort und prompt fiel mir das Gesicht einer jungen Frau auf.

Irgendwann später der Gedankenblitz: Traudl Junge. Also nicht wirklich jene, sondern die dazu gehörige Schauspielerin aus “Der Untergang”, Alexandra Maria Lara.

Ich schaute sie an, sie schaute mich an und da war er, in ihren Augen, dieser Ausdruck extremer Ambivalenz. Die Zweischneidigkeit des Schwertes mit dem sich alle Prominenz selbst richtet: Will ich erkannt werden oder lieber in Ruhe gelassen?

Die Antwort ist: Beides. Und zwar wechselseitig. Erst erkannt werden und sich darüber freuen, weil man ja genau deswegen existiert. Dann aber auch gleich die Angst vor den Konsequenzen, dem Kontakt zu fremden Menschen, den Erwartungen und ihrer Unerfüllbarkeit.

Mit diesem tiefen Konflikt laufen sie ständig durch die Öffentlichkeit, diese armen Seelen, und verhalten sich gleichsam affektiert und verängstigt.

Ein Drama.

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