Hotel Schwarzer Bär Gera

23. Juli 2006

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Ich lese gerade ein Buch über ein Hotel das es mal in Gera gegeben hat. Es hieß “Schwarzer Bär” und war das beste Haus am Platz, mitten in der Stadt.

Die Autorin Johanna Schmidt (geb. 1914) wuchs als Tochter der Familie Fischer auf, welche das Hotel besaß und betrieb. Schmidt schreibt über ihre Kindheit in Gera, den Hotelbetrieb, die Menschen von damals und liefert viele Details über die Stadt, die ich sonst nirgendwo gelesen habe.

Was ich besonders schön finde ist, dass Gera besonders in den 20er und 30er Jahren eine absolute Boomtown gewesen sein muss. Nicht nur im Sinne von Wirtschaft, sondern auch was die Bedeutung der Stadt für Deutschland betraf. Hier ist einfach viel passiert. Es waren immer hochkarätige Gäste hier, die natürlich im “Bären” abstiegen und somit von Johanna (Fischer) Schmidt registriert wurden. Schauspieler, Opernsänger (das Theater war damals eines der besten überhaupt), Politiker, Flieger.

Schmidt schreibt außerdem über die Menschen die damals im Hotel gearbeitet haben. Die Kellner, die Köche, Küchenjungen, Zimmermädchen und deren Anekdoten über gewisse Gäste. Aus den Erzählungen kann man sich in die damalige Zeit hineindenken und sich vorstellen wie sich die Menschen verhalten haben und sogar wie sie gesprochen haben. Ganz anders als heute.

Im Buch findet man viele Abbildungen und Fotos, die das Hotel und wichtige Personen der Handlung zeigen.

Das Hotel wurde nach dem Krieg zwangsenteignet und als “HO Schwarzer Bär” fortgeführt. 1976 wurde das gesamte Gebäude gesprengt.

Johanna Schmidt verließ Gera in den 1940ern und lebt heute in Hamburg. Das Buch schrieb sie 2004. Erhältlich in Geraer Buchhandlungen oder online.

Kommentare

5 Kommentare für “Hotel Schwarzer Bär Gera”

  1. micha am 23. Juli 2006 um 14:06 Uhr

    Ich meine mich erinnern zu können, mal gelesen zu haben, dass in den Zwanzigern Charlie Chaplin im Theater in der Geschw.-Scholl-Straße aufgetreten ist.

    Steht in dem Buch auch, wo sich der ‘Schwarze Bär’ befunden hat?

  2. michael am 23. Juli 2006 um 18:06 Uhr

    Also wenn ich es richtig verstehe, befand sich das Hotel an der heutigen Ecke Schloßstrasse und Bachgasse, am unteren Ende der Sorge.

  3. Eric am 27. Juli 2006 um 18:57 Uhr

    Um mal ein bißchen schlüpfrig zu werden:
    Bären sind heutzutage out ;-)

  4. michael am 27. Juli 2006 um 19:04 Uhr

    Finde ich auch…

  5. schauan am 28. August 2007 um 11:44 Uhr

    Hallo,

    das Hotel stand an der Ecke Schloßstraße zur Neustadt, einer Straße, die es heute nicht mehr gibt. An dieser Ecke war auch der auf dem Foto sichtbare Eingang. Bis zur Bachgasse ging es glaube nicht .. Selbige liegt im Hintergund, auf der linken Seite des Fotos, noch nicht sichtbar. Gegenüber war die Bäckerei Jäger, in der man immer ein paar Kuchenränder für die Kinder übrig hatte …

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