Gier

20. Dezember 2007

“If it ain’t broken, don’t fix it.” besagt ein altes amerikanisches Sprichwort. Wenn es nicht kaputt ist, dann repariere es nicht.

Mein Verhältnis zu dem Cafe war in bester Ordnung. Alle paar Tage ging ich hin, bestellte was zu trinken und saß da, mehr oder weniger beschäftigt.

Heute nun war ich extrem beschäftigt als ich im Cafe eintrudelte und setzte mich an einen Dreiertisch, weil der halt frei war, schöne Ledersessel hat und das Cafe höchstens halb voll war. Ich klappte meinen Laptop auf, der Tee kam, ich fing an zu arbeiten.

Und dann kam sie, die Chefin. “Wäre es für Sie besser an einem Zweiertisch?”

Sie hat wirklich alles falsch gemacht. Die Imperativ-Frage, die Herangehensweise, die Offensichtlichkeit, die Motivation.

Good bye!

Kommentare

10 Kommentare für “Gier”

  1. Watson am 20. Dezember 2007 um 22:53 Uhr

    Gera halt… Sei froh, daß sie Dich nicht in 3. Person Einzahl angesprochen hat: Muß er denn unbedingt an einem Dreiertisch sitzen oder so…

  2. Eric am 20. Dezember 2007 um 22:58 Uhr

    Diese Servicewüste in Deutschland stimmt mich auch immer traurig. Leider einer der Punkte, in denen es in den USA besser läuft. (Ja, ich weiß…Mindestlohn, Abhängigkeit Trinkgeld usw…)

  3. michael am 21. Dezember 2007 um 00:07 Uhr

    Ich glaube das ganze System krankt daran, dass viele Gastwirte schlussendlich doch alles aus ihrer Perspektive sehen und aus dieser Ecke nicht raus kommen, obwohl sie sicher anderswo selbst Gast sind.

    Leider ist mir das hier schon wiederholt passiert.

  4. Watson am 21. Dezember 2007 um 09:09 Uhr

    Irgendwie verstehe ich das nicht, wenn der Gastwirt selbständig ist und in seine eigene Tasche wirtschaftet. Vielleicht ist das noch alte DDR-Mentalität oder was auch immer.

  5. Eric am 21. Dezember 2007 um 09:32 Uhr

    Ich zeige leider auch diese Eigenschaft, daß ich, wenn ich einmal von einem Geschäft, Restaurant, Organisation, Zeitung,… enttäuscht wurde, das als extreme Störung meiner persönlichen Bindung ansehe und dort nie wieder etwas kaufe, hingehe, Mitgliedschaft kündige, Zeitung nicht mehr kaufe, usw. Da kann man mich ruhig als stur bezeichnen.

    Andererseits ist es so, wenn ich von einer Leistung, oder von den Leistungen einer Person überzeugt bin, dann versuche ich dafür Werbung zu machen und diese Leistung irgendwo anders unterzubringen, damit möglichst viele die gute Leistung genießen können. Das kann manchmal länger dauern, bis sich etwas passendes findet, aber mein Handytelefonbuch ist groß und ich vergesse niemanden.

    Was meint ihr?:
    Sollte man einem Cafe, Restaurant, Geschäft usw eine zweite Chance geben, wenn sie es mal richtig versemmelt haben?

    Sollte man die Leute auf den Fauxpas aufmerksam machen? Meistens kann man das ja nur im nachhinein, weil man in dem Moment ziemlich perplex ist.

  6. michael am 21. Dezember 2007 um 09:57 Uhr

    @eric

    na ja, die zweite chance ergibt sich fast zwangsläufig aus der mangelnden cafe-dichte dieser stadt. aber ich werde das sicher ein wenig hinaus zögern…

    :-)

  7. Watson am 21. Dezember 2007 um 11:09 Uhr

    @Eric: Eine zweite Chance sollte schon sein, wenn es nicht allzu extrem war. Ich gehe z.B. nicht mehr in einen gewissen Schuhladen in Jena, das war zu extrem und die Dame dort war zu mir persönlich beleidigtend und nicht nur einmal. Und wenn´s dann keine Entschuldigung gibt, dann ist es wirklich aus !

  8. Anonym am 27. Dezember 2007 um 13:19 Uhr

    ledersessel und eine chefin… hm, ein kleines eck-cafe im zentrum?
    hast du dich eigentlich auf ihren wunsch hin umgesetzt oder bist du gegangen?

  9. Anonym am 27. Dezember 2007 um 13:20 Uhr

    mel

  10. michael am 27. Dezember 2007 um 13:30 Uhr

    @mel

    ich konnte leider nicht sofort gehen, obwohl ich es sehr gern getan hätte. zum einen war der tee schon da und noch voll, zum anderen musste ich unbedingt eine dringende e-mail beantworten. also habe ich mich umgesetzt, meine arbeit erledigt und bin dann zügig, und natürlich ohne trinkgeld, gegangen.

    außerdem habe ich sie auf ihre frage hin wissen lassen, dass der zweiertisch nicht für mich günstiger sei sondern für sie.

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