Fliegenknast

16. Juni 2007

insect.jpg
foto: gullevek

Die Insektenpopulationen um mein Haus herum wachsen an. Durchaus in normalen Sphären, zumal es viele Vögel gibt in meinem Hof die sich an ihnen laben, aber trotzdem nervt es.

Sobald ein Fenster auch nur angekippt wird, brummen sie rein. Und sie sind allesamt zu blöd wieder raus zu finden. Vielleicht stimmt das wirklich mit dem drastisch begrenzten Kurzzeitgedächtnis mancher Insekten.

Es muss also sein: Fliegennetze. Die schönsten sind extra angefertigt, maßgeschneidert und müssen bloß noch eingeklickt werden. Dieser Luxus kostet: €70 pro Fenster. Würde ich gerne nehmen. Aber mein Einkommen geht ja für Verwarnungsgelder drauf. Und für die mit Podcast-Reportagen hinterlistig erschlichenen Werbeeinnahmen kann ich mir gerade ein Eis kaufen. Klein.

Dann gibt es noch Do-it-yourself Kits zum zurecht sägen, aber dabei ist das Verletzungsrisiko zu groß. Ich könnte einen meiner 10 SMS-Daumen verlieren.

Bleibt noch die Billigvariante, zum selber basteln.

„Kinderleicht.“ „10 Minuten.“
Derlei Slogans prangern auf der Schachtel mit dem Sichtfenster auf weiße Gaze.

Sieht auch leicht aus. Man nimmt den Velcrostreifen, zieht das Papier hinten ab und klebt es in den Fensterrahmen. Stopp! Vorher Schmutz entfernen, damit es besser hält.
Das allein dauert 10 Minuten.

Nicht zu vernachlässigen ist der Umstand, dass man während des Anklebens auf einer Leiter balanciert und unter einem der sichere Tod lauert. Da kann man nicht schnell machen.

Und jetzt geht das Gefitze los. Die Gaze ist bereits ab Werk völlig schief geschnitten. Es gibt rein gar keine Anhaltspunkte für eine saubere Ausrichtung. Man muss einfach schätzen. Dran pappen das Zeug und hoffen. 20 Minuten.

Irgendwann passt es so halbwegs und man greift zum Teppichmesser. Mit dem kann man die an den Rändern überstehende Gaze abschneiden. Auch total easy. Steht alles auf der Verpackung.

Die Klinge des Messers rattert dumpf über das völlig unbeeindruckte Netz. Schwindler! Verbrecher! Saupack!

Die Leiter wackelt.

Okay, okay. Ganz ruhig!
Ich futzel die Gaze wieder ab, nur auf einer Seite, und versuche schief im Fenster hängend, auf einem Bein und völlig ohne Anhaltspunkt das Netz so zu trimmen, dass es passt. Irgendwann verliere ich die Geduld und rammel das Fenster einfach zu. Wird schon halten. 40 Minuten sind vergangen, ich bin schweißgebadet und die Bude voller Zuschauer-Fliegen.

Die können jetzt nicht mehr raus.

Kommentare

9 Kommentare für “Fliegenknast”

  1. Eric am 16. Juni 2007 um 21:15 Uhr

    Auch zu empfehlen ist dieses hier:
    http://de03.shop.schlecker.com/cgi-bin/pg.exe?0000000000000015007f8efa0000000200004f8f

    Wer einmal gesehen und gehört hat, wie eine Mücke darin geröstet wird, die einen die ganze Nacht genervt hat, will es nicht mehr hergeben.

  2. micha am 16. Juni 2007 um 21:46 Uhr

    Du meinst den Ventilator? Der muss sich aber ganz schön schnell drehen, damit die Viecher geröstet werden. :D

  3. Eric am 16. Juni 2007 um 23:21 Uhr

    Bei dem Link sollte sich eigentlich so eine Insektenlampe zeigen.
    So eine wie diese hier:
    http://www.household-discounter.de/assets/thumb/111121.jpg

  4. Titania Carthaga am 17. Juni 2007 um 02:37 Uhr

    hihihhihi…Ach hab ich mich beömmelt beim Lesen! Ehrlich, ich hab dieses Jahr auch das erste Mal daran gedacht, mir so ein Fliegengitter zu kaufen. Nach Deinem Testbericht (WO IST DER FIRMENNAME??) muss ich mir jetzt aber arg Gedanken machen, wie ich das Problem lösen werde… Aber - Du hast ja jetzt Erfahrungen damit gesammelt…. könntste nich mal bei mir….? Ich kipp Dir auch gern nen Rotwein über die Hose - und diesmal wird n i c h t René Schuld sein :)

  5. ReneS am 17. Juni 2007 um 03:37 Uhr

    Ich habe so ein Ding von der Firma T..A. Hat auch bissl gedauert mit Anbasteln, aber ging doch ganz gut. Schief wird es immer, ist halt ein Netz.

  6. michael am 17. Juni 2007 um 12:44 Uhr

    @Titania

    Ich gehe nicht freiwillig zweimal durch die Hölle. Über den Rotwein können wir reden. :-)

  7. Titania Carthaga am 17. Juni 2007 um 17:43 Uhr

    @michael: okay, gerne. Mach mal n Vorschlag (Mail)

  8. octi am 17. Juni 2007 um 21:10 Uhr

    Der Ärger geht dann so richtig los, wenn Du die Klebestreifen zum Auszug wieder entfernen willst - hat mir ziemlichen Ärger mit meinem Vermieter gebracht (”Die Kunststofffensterrahmen sind beschädigt.”). Aber xx Euro pro Fenster in einer Mietwohnung auszugeben, die dann mangels Weiterverwertungsmöglichkeit dort liegen bleiben, ist auch nicht gerade sinnig.

  9. michael am 17. Juni 2007 um 21:53 Uhr

    Ich lass die Streifen einfach drin. Die stören doch nicht. Wenn der Nachmieter die entdeckt, wird er sich freuen, dass er sich wenigsten diesen Teil der Strapaze ersparen kann. Ist eigentlich sogar ne Wertsteigerung, wenn ich es recht bedenke. Das kostet!

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