Fasten your Seatbelt

10. Dezember 2006

shoppinglistGestern den ganzen Tag nix gegessen. Spät abends Kartoffelgratin bestellt. Mit Brokkoli und Sahnesoße, überbacken mit Käse. Schmeckte genau wie immer. Zwei Kartoffelscheiben hätten gereicht. Ich hab die ganze Portion verdrückt. Ein Kilo mindestens. Dazu ein Bier und danach eine ganze Tafel Bambina. Fehler!

Zwei Stunden auf die Couch gecrasht. Koma. Scheisse.

Das muss aufhören. Wird es. Ab heute Fasten.
Als erstes das Bier weggeschüttet. Dann einkaufen gegangen: Biobananen, zwei Birnen, Knäcke, Kirschtee, zwei Kürbiskernbrötchen, einen Wasserkocher, eine Digitalwaage mit Glasplatte.

Bei meiner Rückkehr roch meine Wohnung nach dem Mittagessen meiner Nachbarn. FRECHHEIT!

Die Waage geht. Mit Dezimalstelle digitalt mir das Elend entgegen. Da muss noch ne ganze Menge Knäckebrot meine Speiseröhre runterschubbern bis diese Zahl stimmt.

Aber es geht nicht nur ums Gewicht. Nein, man wird klarer im Kopf durch das Fasten. Hat sogar Christian Kracht in seinem Buch “New Wave” geschrieben. Allerdings hat er auch mehrere Einläufe von gehässigen Schwestern bekommen und wahrscheinlich sehr viel Geld bezahlt in einer Gesundheitsklinik am Bodensee. Das befreit ungemein.

Mein Bauch stöhnt. Meine Sinne schärfen sich. Verdammt! Ich kann das Futter schon durch die geschlossene Kühlschranktür riechen.

Stunden später esse ich endlich. Eines der Kürbiskernbrötchen, mit Gemüsecreme.
Das beste meines Lebens.

Kommentare

7 Kommentare für “Fasten your Seatbelt”

  1. Jana am 10. Dezember 2006 um 17:52 Uhr

    Ach du meine Güte! Und so was in der Vorweihnachtszeit! Ist das nicht eher ein guter Vorsatz fürs neue Jahr? Ist zwar wenig spektakulär, da Du dann einer von vielen vom schlechten Gewissen Geplagter bist, aber evt. leichter durchzustehen …

  2. michael am 10. Dezember 2006 um 18:04 Uhr

    Ich quäle mich halt gern mit besonderen Herausforderungen. :)

    Im neuen Jahr fasten kann schließlich jeder. Nach der totalen Überfüllung.

    Außerdem soll das Fasten bei mir nicht nur zeitlich begrenzt sein, sondern in eine komplette Ernährungsumstellung münden.

    Die Zeit dafür ist schon lange reif und jetzt bin ich halt bereit dazu.

    Weihnachten spielt dabei - wie auch bei allem anderen - überhaupt keine Rolle.

  3. Eric am 10. Dezember 2006 um 18:44 Uhr

    Wie fühlt man sich, wenn man dem Körper das verweigert, was man eigentlich gern ißt?
    Wenn man Sachen ißt, die man sonst gemieden hat?
    Wenn man sich einredet, daß einem das Grünzeug schmeckt, obwohl es nicht so ist?
    Sowas schlägt aufs Gemüt…

    Trotzdem viel Erfolg - obwohl ich nicht glaube, daß Du das nötig hast, oder sieht das Deine Waage anders?

  4. michael am 10. Dezember 2006 um 18:56 Uhr

    Ja, frotzelt nur :)
    Labet euch an meinem Leid.

    Also ehrlich gesagt fühl ich mich sehr gut dabei. Ich war der anderen Dinge ja überdrüssig. Diesem fettigen Zeug und immer Schokolade und Bier und so.

    Außerdem knabbere ich jetzt nicht an Rüben, sondern esse halt viele Früchte und auch Gemüse.

    Das Körpergefühl ist jetzt schon wesentlich leichter als vorher. Und ich empfinde das alles nicht als Enthaltsamkeit sondern eben als Umstellung.

  5. Jana am 10. Dezember 2006 um 20:58 Uhr

    Dann viel Erfolg! Durchhalten heißt die Devise!
    Jetzt hast Du´s ja schon fast 24 Stunden geschafft, wenn man das Schlafen mit vollem Magen der letzten Nacht dazu zählt ;)
    Ich hoffe es gibt mal einen Zwischenbericht!

  6. michael am 10. Dezember 2006 um 21:03 Uhr

    Es sind schon 48 Stunden. Das mit dem vollen Magen war am Freitag.

  7. CP Kotulla am 12. Dezember 2006 um 18:05 Uhr

    Na, ja in einem Land wo Vogelfutter teurer ist als ein Broiler im Gasthaus (Zitat Horst Köhler), da will auch eine Diät geplant sein. Ich kenne da eine nette Ernährungsberaterin in einem Ökoladen in der Wiesenstraße. Nichts ist gefährlicher als eine Diät ohne Kontrolle. Da ist ein Schlaganfall oder Herzinfarkt vorprogrammiert. Ich war jetzt gerade einige Wochen in der GUS unterwegs und konnte mein Gewicht gerade so halten. Trotz der sehr deftigen Küche und des vielen Alkohols.

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