Es war einmal in Amerika…
12. Juli 2006

photo: daoist56
Eine Frage der Einstellung
In Amerika auf Jobsuche zu gehen ist fast so wie in Deutschland auf Jobsuche zu gehen. Man sendet seinen Lebenslauf ein und beginnt mit dem Beten. Wenn man Glück hat, kommt irgendwann ein Vorstellungsgespräch und wenn man noch mehr Glück hat, darf man kurz darauf in einen Plastikbecher pinkeln (Drogentest). Wenn man den besteht, hat man den Job.
Abgesehen von der Einstellungswahrscheinlichkeit, die in Amerika derzeit wohl etwas höher liegt als in Deutschland, gibt es hier einige gravierende Unterschiede.
Zum einen muss man seinen Bewerbungsunterlagen kein Passbild anfügen. Aus gesetzlichen Gruenden, darf ein Arbeitgeber weder nach Geschlecht, Rasse, noch nach dem Aussehen eines Bewerbers urteilen.
Und(!), festhalten: Das Alter spielt in Amerika absolut keine Rolle.
Richtig gehoert. Das Lebensalter ist nebensächlich. Entscheidend ist allein die Fähigkeit, den Job zu machen.
Die in Deutschland übliche Argumentation, man sei zu alt fuer einen Job, kommt hier niemandem in den Sinn. Und so sollte das sein, finde ich.
Mir fällt, auch nach nunmehr jahrelangem Nachdenken, absolut kein Grund ein, warum ich als Arbeitgeber davor zurück schrecken sollte, einen älteren Menschen einzustellen. Möglich, dass diese Person größere Schwierigkeiten hat mit Veränderungen oder modernen Arbeitsmitteln- und Methoden. Aber die Erfahrung, die jeder Mensch fortgeschrittenen Alters in eine Firma einbringt, wiegt diese Schwäche wieder auf.
Ich frage mich, wer in Deutschland die Sage vom bösen alten Arbeitnehmer in die Welt gesetzt hat und wann genau das war.





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