Ein Spaziergang im Park

27. April 2007

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„Hier können Sie nicht rein!“

Die deutscheste aller Begrüßungen.
„Und mit dem Fahrrad sowieso nicht!“
Aber das weiß man ja. Und man schluckt es runter.

Nachdem das Ticket gezückt ist, wird der Mann am Stahltor auch schon viel freundlicher. Er bietet sich sogar an auf mein Fahrrad aufzupassen. Eigentlich ein netter Mensch. Aber am ersten Eindruck muss er, wie viele in diesem Land, noch arbeiten.

Ich bin auf dem Geraer Areal der Bundesgartenschau 2007 und in 10 Minuten soll Eröffnung sein, im Stadion. Es ist kurz vor elf. Die Sonne brennt schon wie im Sommer.
Um den Stadionkessel herum geht es ruhig zu, idyllisch fast. Nur drinnen die Atmosphäre einer deutschen Großveranstaltung.

Gewalt wird hier nicht ausbrechen. Das Durchschnittsalter der Fans muss irgendwo jenseits der 50 liegen. Ein Meer von Strohhüten. Menschen klatschen auf Aufforderung des öffentlich-rechtlichen Moderators. Ein ZDF-Fernsehgarten im Prinzip, aber es ist die ARD.

„Begrüßen Sie nun mit uns, den deutschen Bundespräsidenten, Horst Köhler!“
Starker Beifall. Ich kann ihn nicht sehen. Aber er spricht, also muss er da sein. Das Privileg eines Bundespräsidenten, nämlich das des Hubschrauberfluges über dem Areal, hätte er sich nicht nehmen lassen. Viele Veranstaltungen hätte er schon eröffnet und diese hier könne sich wirklich sehen lassen. Sein Redenschreiber hat Urlaub.

Die sehr jugendlichen Polizisten neben mir versuchen über Funk etwas zu trinken für sich zu organisieren. Ihre Rationen sind aufgebraucht. Weg können sie da nicht.

Ich denke kurz über Terrorismus nach und welche Chance diese Kadetten haben, einen Übergriff zu verhindern und komme zu dem Schluss: Keine. Aber das ist in Ordnung. Die Chance hatten sie früher auch nicht. Ich begebe mich lieber in Gefahr, als mich generalverdächtig durchsuchen zu lassen, für dass bloße Gefühl der Sicherheit.

Es ist zu voll im Stadion und die Action haut mich nicht um. Ich steige wieder hinab auf Erdniveau und steuere ein rotes Plastikplanenhaus an. Frühstück.

Ich bin wohl der erste Kunde heute. Mehrere hundert Sitzplätze mit Korbstühlen und ich kann mir einen aussuchen. Zwei Wiener mit Kartoffelsalat: €4,80.

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Danach schlendere ich über Graswege, kaufe mir noch ein Eis und begebe mich langsam zum Pressezentrum. Dort möchte ich mich akkreditieren lassen, damit ich eine Dauerkarte bekomme. Ich bin gespannt, wie die Kollegen der alten Zeit auf das Wort „Podcast“ reagieren. Am Ende sage ich doch wieder Internetradio und bekomme einen freundlich mitleidigen Blick von den richtigen Journalisten.

Die Eröffnung ist scheinbar vorbei, denn jetzt ergießt sich die gesamte Zuschauermenge auf das BUGA-Gelände. Ich beginne zu fotografieren. So viele Menschen auf einen Haufen bekommt man hier nicht allzu oft vor die Linse. Zusammen mit ihnen erkunde ich den Rest des riesigen Parks und kann ein gewisses Wohlgefallen nicht unterdrücken.

Es ist schön. Das Grün, die Blumen, die Bäume und dazwischen die Menschen. Sie scherzen, lachen, sie laufen, sie fotografieren sich beim fotografieren und sie erholen sich. Viel mehr kann man von einer Gartenschau, glaube ich, nicht verlangen.

Kommentare

3 Kommentare für “Ein Spaziergang im Park”

  1. Eric am 27. April 2007 um 18:48 Uhr

    Hast Du die Presse Akkreditierung bekommen? Und eine Dauerkarte kostenlos?

  2. Michael am 27. April 2007 um 20:54 Uhr

    Noch nicht…

  3. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Kurznachrichten 09/07 am 30. April 2007 um 22:18 Uhr

    […] Bundesgartenschau 2007 eröffnet: Die Bundeskanzlerin widmet diesem epochalen Ereignis einen ihrer legendären Videopodcasts unter dem Motto: “Blühende Landschaften”, und natürlich schlägt sich diese Veranstaltung auch in Blogs nieder: Hier ein umfangreicher Erlebnisbericht mit vielen Videos; hier ein paar Bilder, und natürlich haben auch Markus Kämmerer und Michael von Radio-G ein paar Impressionen. […]

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