Eilt!
9. Januar 2006
Was tut man wenn der Nachwuchs das Schulbrot zu Hause liegen lässt? Na ja, ich würde es selber essen und hoffen dass der Bengel was draus lernt wenn ihm später der Magen knurrt. Ich bin aber auch kein Durchschnittsvater, sondern orientiere mich an preußischen Erziehungsmustern.
Kuschelvatis- und Muttis werden eher dazu neigen, dem Balg die Stulle hinterher zu tragen, oder sie persönlich zur Schule fahren.
Wenn man all das nicht auf sich nehmen will, weil einem die Zeit davon läuft usw., dann gibt es noch eine Möglichkeit. Nicht alltäglich, zugegeben, aber absolut zuverlässig. Man schickt das Ganze einfach mit dem Citykurier.
Gibt es nicht? Gibt es wohl. Patrick Horn, Geschäftsführer des Citykuriers, hat solche Sendungen sogar schon mehrfach ausgeliefert. Ausnahmecharakter trägt es natürlich schon. Bei 5 bis 8 Euro Zustellungsgebühr im Stadtgebiet ist eine solche Pausenmahlzeit reichlich teuer. Der Citykurier ist Gott sei Dank nicht auf derart skurrile Fracht angewiesen um sein Dasein zu fristen. Der Hauptteil des Geschäftes besteht aus Briefsendungen.
Das war nicht immer so. Als Horn im Juli 96, damals noch Abiturient, die Firma zusammen mit einem Freund gründete, waren eher größere Sendungen angedacht, die dann unter anderem von Horn selbst per Fahrrad ausgetragen wurden. Dieses Konzept funktionierte allerdings schlechter als erwartet und so kam die Idee mit den Briefen.
Patrick Horn
Am 1.1.98 fiel das Postmonopol und es konnte offiziell los gehen. Heute stellt Citykurier ca. 250,000 Briefe pro Monat zu. Allein in Gera. Später expandierte die Firma nach Jena, Zwickau und Altenburg. Mit Hilfe von Partnern können so Thüringen, Sachsen und Teile Sachsen-Anhalts bedient werden.
Die Kunden sind fast ausschließlich Firmen und Behörden. Privatbriefe machen nur fünf Prozent des gesamten Zustellvolumens aus. Genau dort sieht Patrick Horn Nachholbedarf.
Unter anderem deshalb wurden im Geraer Stadtgebiet mehr als 30 Briefkästen aufgestellt und Firmeneigene Briefmarken zum Kauf angeboten.
Die Trümpfe des Citykuriers im Bezug auf Privatkunden sieht Horn zum einen beim Portopreis, welcher unter dem der Post liegt, und der Auslieferung am selben Tag. Vorausgesetzt die Briefe werden bis Mittag eingeworfen. Bei größeren Mengen wird sogar direkt beim Versender abgeholt.
Als Pausenbrotnachsender komme ich selbst, aus rein erziehungspolitischen Gründen wie gesagt, nicht in Frage, aber den ein oder anderen Brief würde ich schon mal mit dem Kurier schicken. Allein schon der blauen Briefkästen und Briefmarken wegen. Die gefallen mir irgendwie besser als die gelben. Preussisch halt.







blaue BK’s in gera? tolle sache!