Der rote Bimmelklaus

24. Dezember 2005

Schaut es euch an, dieses süffisante Grinsen, diesen Gaunerblick. Zum Frisör müsste er auch mal. Seinen Fettwanst und den Beutesack habe ich gar nicht mit fotografiert. Da kann er froh sein. Und diese roten Klamotten. Landstreicher!

Ihr merkt es schon: Ich bin ein Weihnachtsmuffel. Das war schon fast immer so. Nur als Kind fand ich Weihnachten toll, weil es Spielzeug umsonst gab und Westschokolade frei Haus. Nutella mit dem Löffel aus dem Glas, 400g pro Stunde. Das waren noch rauschende Feste. Alles vorbei.

Heute Abend um sechs wird jemand im elterlichen Wohnzimmer seinen Zeigefinger unter das Gewand der oben abgebildeten Jahresendfigur schieben, einen kleinen Schalter am Rücken ertasten und diesen umlegen. Daraufhin wird der Weihnachtsmann zum Leben erwachen, eine kleine Glocke schwingen und wie ein Duracellhase über den Wohnzimmerflur hühnern. Alle werden schreien vor Begeisterung, so wie letztes Jahr auch, und dann gibt es Geschenke.

Irgendjemand schenkt auch immer Alkohol und der kommt dann gerade recht. Schnell betäuben, verdrängen, runterspülen.
„Sag mal Micha, du trinkst doch gar keinen Ouzo!“
„Heute schon.“

Jenen unter euch, die das Weihnachtsfest lieben und „leiden können“ (haha), wünsche ich einen wunderschönen heiligen Abend! Bis nächstes Jahr.

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