Das Geld liegt auf der Strasse
14. Juni 2007

Es gibt sie immer wieder, die Tage an denen die Zonks an jeder Ecke lauern. Normalerweise sind Zonks rot. Heute waren sie blau, trugen Helme, Radlerhosen mit Geleinlage im Schritt und waren bewaffnet.
Am Eingang der Flaniermeile dieser Stadt steht ein etwas klein geratenes Verkehrsschild. Darauf ist ein rot eingekreistes Fahrrad abgebildet. Unter ihm steht 10-18h. Also man soll nicht innerhalb dieser Zeit.
Nie ist mir dieses Schild aufgefallen. Erst heute wurde ich auf seine Existenz hingewiesen. Eben von einem der blauen Zonks, oder sollte ich sagen, einer Zonkin. Polizeimeister soundso.
Sie nannte mich „junger Mann“. Das heisst, eigentlich rief sie dieses strategische Kompliment, da ich weiter fahren wollte, als ich sie sah. Die Dame ragte weit auf. Fast bis zu meinem Bauchnabel. Von dort unten sagte sie etwas von Ordnungswidrigkeit und stellte dann eine der dämlichsten Fragen der Neuzeit: „Sind sie mit einer Verwarnung von 10 Euro einverstanden?“
What the Fuck?
Ich berichtete ihr von meiner beträchtlichen und darüber hinaus chronischen Geldnot, woraufhin sie mir 5 Euro Verwarnung vorschlug. Der Basar war eröffnet.
Ich kramte in meiner Hosentasche und förderte eine Barschaft von €4,56 zu Tage. Dieses Ergebnis muss sie nicht befriedigt haben, denn sie schüttelte missgestimmt ihren Kopf mit dem Helm oben drauf. Wahrscheinlich war ich damit heute nicht der erste.
Also öffnete ich mein Portemonnaie und gab ihr einen €10 Schein, welchen sie gegen einen hübschen Verwarnungsbeleg aus Recyclingpapier eintauschte.
Danach wünschte sie mir doch tatsächlich noch einen schönen Tag. Ich wählte für meine Antwort eine andere Sprache, um einer weiteren Verwarnung vorzubeugen.
Was ihre persönliche Fortbewegung anbelangt, so bevorzugen die netten Freunde und Helfer übrigens… man glaubt es kaum: Dass Fahrrad. Auch gern innerhalb der Verbotszone.





Heißer Tipp:
Einfach an der Sorge links halten (von oben kommend) und den Schienen folgen, um dann die Straße mit den Parkplätzen rechts neben der Straßenbahn hinunter zu düsen.
Ich fahr immer die Rudolf Diener Str runter und auch hoch. Ist zwar Einbahnstraße, aber da hat noch niemand was gesagt. Ich kenn übrigens einige, die auf der Sorge ein Ticket gefangen haben. Als Jana neu in Gera war, ist es ihr auf der Heimfahrt auch passiert.
Das wäre mir auch beinah schon passiert - allerdings in Dresden. Auch hier handelte es sich um eine Polizistin, eine blonde noch dazu, und ich habe den Eindruck, die sind besonders scharf. Als sie mich informierte, daß hier auf der Prager Straße radeln verboten sei erinnerte ich mich an einen Tipp von einem Rechtsanwalt: Radfahren ist nur, wenn man das Zweirad auch mit den Pedalen vorantreibt. Oder anders ausgedrückt: Solange ich rolle ohne Pedalbewegung ist das kein radeln, und dieses unsinnige Verkehrsschild wird obsolet.
Also habe ich die Polizistin, jene blonde mit dem Pferdeschwanz, gefragt, ob sich mit denn gesehen hat, daß ich in die Pedale getreten habe. Das nicht, antworte die blonde Polizistin, aber für gewöhnlich trete ein Radfahrer in die Pedale. Und das nahm sie auch bei mir an.
Ich, der Streitsüchtige, war natürlich mit der Verwarnung nicht einverstanden. Daraufhin monierte sie die Beleuchtung des Fahrrades worauf ich nur fragte, welches Fahrrad. Ein Fahrrad ist nämlich nur ein Fahrrad, wenn man darauf fährt und in die Pedalen tritt.
Jetzt stand ich offensichtlich kurz vor der Festnahme!
Alles ging gut aus, die blonde Polizistin, die sich auf weitere Diskussionen nicht einlassen wollte, auch deswegen nicht, weil sie während unseres Gespräches mehrere vorbeifahrende Radfahren mit deutlichen Pedalbewegungen nicht dingfest machen konnte, nahm meine Personlaien auf und Tage später kam ein Bußgeldbescheid. Gegen den legte ich Einspruch ein mit oben genannten Gründen. Danach hörte ich von der Bußgeldstelle nichts mehr.
Es scheint so, als ob die Polizistin jetzt nach Gera “strafversetzt” worden ist, und dort ihr Unwesen treibt!
Hihihi, der war gut.
Du scheinst ja schon öfter amüsante Begegnungen mit der grünen Art gemacht zu haben. Speziell hier im Osten.