“Da kannst du nichts falsch machen.”
11. April 2007

foto: wokka
Hape Kerkeling liest mir von seiner Wanderung auf dem Jakobsweg vor, während ich Berge lustlos aufgeschütteter Belege des letzten Jahres zu einer Steuererklärung verarbeite.
Langsam beginne ich das Chaos zu durchschauen und freue mich über meinen Fortschritt.
„Pling“ macht es. Dann hört Hape auf zu sprechen. Das beißende Aroma geschmorten Leiterplattenmaterials durchdringt das Wohnzimmer und mir ist klar: Siemens technology did it again!
Vor wenigen Monaten der Bildschirm, jetzt der Rechner. Es kann einfach nicht sein. Im November gekauft, einen Haufen Geld ausgegeben und doch wieder nur Mist bekommen.
Wieviel Schmott muss man eigentlich auf den Tresen hauen, um Technik zu erhalten, die wie in den guten alten Zeiten wenigstens bis zum Ende der Garantiezeit durchhält?
Das Siemens-Support Team erreicht man – auch während der Garantie – nur über eine 0180 Nummer (€0,12 pro Minute). Nach der Garantie: €1,24 pro Minute. “R U F - N I C H T - A N!” scheint diese nummer zu sagen.
Ich habe noch nie begriffen, wie die Unverfrorenheit mit fehlerhafter Technik Geld zu verdienen, den Sprung aus der Fantasie der Siemens Consumer Relations in die Wirklichkeit geschafft hat. Die Service Hotlines sollten kostenlos sein. Das versteht sich doch von selbst.
Ich wähle die mir zugewiesene Nummer. Ein Mann mit Brandenburger Dialekt begrüßt mich neutral. Ich erkläre ihm mein Problem. Er will die Seriennummer wissen. Alles okay. Dann lässt er mich alle möglichen Kabel wechselweise heraus ziehen und wieder hinein stecken. Das Gerät bleibt jedoch kaputt.
Den Netzstecker soll ich bitte in eine andere Steckdose stecken.
Ich frage ihn, was das bringen soll und er gibt mir die „Mach es doch einfach. Ich weiß es sowieso besser.“ Tour.
Ich sage „Moment.“
Er sagt: „Sie können das ja erst mal machen und nachher noch mal anrufen.“
WTF?
Ich sage ihm er soll dran bleiben. Das dauert nicht lange. Ich krieche unter dem Tisch und als ich wieder hervor komme ist die Leitung tot.
Nochmal wählen. Diesmal ein Hochdeutscher. Alles von vorn, aber er kann nichts machen. Das „System“ hängt und er kann meinen Service Fall nicht aufnehmen. Ich soll es in 2 Stunden noch mal probieren.
Mittlerweile bin ich etwa 3 Euro ärmer.
Später rufe ich nochmal an und bekomme einen wirklich netten Mensch, der meinen Fall einfach aufnimmt und sagt, dass sich ein Techniker bei mir melden wird, zwecks Terminabsprache. In den nächsten Tagen! Das kann ja heiter werden.
Nur gut dass ich noch ein Laptop habe. VON ACER!
Antizyklische Markendiversifikation. Ein Konzept für die Zukunft?
Radio-G IT-Experte Rene meint zu diesem Thema übrigens pragmatisch: Was jetzt kaputt geht, geht nie wieder kaputt. Rein statistisch.





Bei einem Stand-PC ist man ja wenigstens nicht auf die Hotline angewiesen. Weil wenn die Garantie weg ist, dann ist es eh schon wurscht. Netzteil gekauft, angeschlossen und Ruhe.
Bei einem Notebook kann sowas echt tragisch sein, mein altes Notebook würde in der Reparatur mehr als 500€ kosten. Da hab ich mich lieber für ein neues entschieden.
Aber Siemens hat ja auch den Ruf. Wie hieß es mal: Verlässlichkeit für viele Jahre, Wochen trifft doch eher.
2 Tipps für Dich:
1. Desktop PCs bei Netgames in Gera kaufen:
http://www.netgames-gera.de
Ist nämlich preisgünstiger als so manche Onlineanbieter und Du hast die immer schräg gegenüber, falls mal was ist.
2. Laptops bei DELL kaufen - muß ich jetzt in Deckung gehen?
Wenn Du Business mit machst, dann IBM/Lenovo Laptops mit 3 Jahren Vor-Ort Garantie kaufen. PCs habe ich bisher selbst zusammenbaut und passende Teile erwählt (basierend auf Tests in Fachmagazinen). Da es aber bissl Aufwand macht, werde ich wohl demnächst auch einen Dell PC kaufen. Die gehen bei uns in der Firma recht gut.