Charles: Mein Hut und die Reitstiefel bitte.
17. Juli 2006
Gestern war ich in Ägypten. Kurzbesuch.
Das war sehr schön obwohl es schon aufgrund der Kürze ziemlich hektisch wurde. Zuerst die Formalitäten am Geraer Flugplatz. Reisen ins nichteuropäische Ausland bringen für Privat-Touristen gewisse Hürden mit sich.
Dann der Start. Der Radio-G Jet schaffte es gerade so, denn die Tanks waren voll und die Startbahn kurz. Noch. Das kann und sollte sich bald ändern.
Champagner?
In Kairo waren es gegen Mittag fast 40 Grad. Das Haar sitzt. Bei mir kein Problem. Wenigstens gab es keinen Sandsturm. Ägyptische Sandstürme sind fies.
Die Zollbeamten okay. Kein Stress bei dem Wetter.
Mit einem Jeep ging es raus nach Giza. Die Pyramiden waren noch gar nicht zu sehen, da sprangen schon Kinder aufs Auto und wollten irgendwas verkaufen, oder vielleicht auch einfach nur Geld. Keine Ahnung. Falls sie englisch sprachen, dann einen nicht verständlichen Dialekt. Zentralverriegelung zu. Freundlich winken.
Ein Kamel solle ich mieten, sagte meine Begleiterin, und damit zur Cheops-Pyramide reiten, aber das war mir dann doch zu abenteuerlich. Wir stapften durch den Sand, mehrere hundert Meter.
In der Pyramide war es noch heißer als draußen und es roch, na ja, wie es halt riecht an einem Ort der seit 4000 Jahren nicht gelüftet wurde. Gänge ohne Ende, niedrig, Holzplanken, Seile zum festhalten. Nicht schön als Spaziergang. Entweder waren die Ägypter damals extrem boshaft oder einfach nur klein. Sehr klein.
Abends würde es eine Lasershow geben, direkt an der Pyramidenwand, sagte man uns. Aber leider mussten wir zurück. Das Geraer Nachtlandeverbot.
Auf dem Weg zurück in die Stadt hielten wir an einem der vielen Saftläden und tranken frisch gepressten Erdbeersaft mit Eis aus Litergläsern. Fantastisch.
Am Flughafen noch ein schneller Bummel durch die Goldgeschäfte. Das passiert immer wenn man Frauen dabei hat. Und dann zurück ins Flugzeug und ab nach Norden. Das Mittelmeer ist genial und die Alpen fantastisch von oben. Man möchte am liebsten zwischenlanden.
Ein riesiges Gewitterband über Südbayern. Cumulu-Nimbus so weit das Auge reicht. Umleitung nach Osten. Über Prag nach Bratislava und Dresden. Dann endlich Gera. Landung 10 Minuten vor Ladenschluss. Wunderbar.
Der Abend endete in fröhlicher Runde mit einer von mir gekauften Wasserpfeife und einem ganz besonderen Tabak.
Coco Chanel: Luxus ist nicht das Gegenteil von Armut. Er ist das Gegenteil von Gewöhnlichkeit.





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