Launch/Lounge

22. Oktober 2008

Da ständig irgendwo Produkte schriftlich gelauncht aber verbal geloungt werden und mir dabei jedes Mal die Hutschnur wegfliegt, habe ich beide Wörter in der korrekten Betonung gesprochen, sodass auch noch der letzte PR-Manager der nicht deutsch sprechen möchte die Haltung wahren kann:

Launch:

Lounge:

Relativität

17. Oktober 2008

In der Kommentarfunktion der neuesten Podcastepisode “Grundeinkommen” entbrennt gerade ein Meinungsgefecht, das ich zwar vorausgeahnt, aber trotzdem nicht in dieser Art erwartet hatte. Immerhin wird diskutiert. Das ist viel wert.

Ein Erlebnis das ich gerade hatte, passt auch recht schön zum Thema. Ich war in einer kleinen Eckkneipe um etwas zu lesen und zu recherchieren für die Sendung der nächsten Woche und dabei einen Drink zu nehmen.

Das Personal war extrem schlecht gelaunt und hat mich das sehr deutlich spüren lassen, bishin zur angedeuteten Beleidigung. Und das obwohl sie mich gar nicht kennen können. Die Beleidigung bezog sich eigentlich auf andere Gäste, aber irgendwie geriet ich in deren Kategorie.

Außerdem hatte die etwas freundlichere der beiden Bedienungen eine Lampe in der Nähe meines Tisches angeschaltet, deren (keineswegs) “grelles Licht” der anderen missfiel.

Diesen beiden Exemplaren unserer Gesellschaft Bürgergeld zu zahlen, würde mir persönlich weh tun.

Eine andere und viel wichtigere Erkenntnis kam mir als ich wieder zu Hause war. Während Holger und ich in unserem Podcast darüber nachsinnen wie das bedingungslose Grundeinkommen finanziert werden könnte, gibt die Bundesregierung hunderte Milliarden Euro unserer Steuergelder für die Rettung von BANKEN aus, welche dasselbe Geld wiederum an uns verleihen. Zu einem gewissen Zinssatz versteht sich.

Kinocast 91 - Nordwand

16. Oktober 2008

Sommer 1936. Toni Kurz und Andi Hinterstoisser sind Bergsteiger aus Berchtesgaden und sie wollen die Eiger Nordwand in der Schweiz bezwingen.

Tonis Jugendfreundin Luise arbeitet für die Berliner Zeitung und soll vor Ort von der Durchsteigung berichten.

Das Geschehen welches sich in den folgenden Tagen in der Wand abspielt ist tatsächlich passiert. Zwei Deutsche und zwei Österreicher die als konkurrierende Mannschaften antreten, werden vom unnachgiebigen Bergwetter aneinander gekettet und pendeln zwischen Leben und Tod.

Von der Terrasse eines luxuriösen Hotels am Fuße des Berges beobachtet Luise durch ein Fernrohr das sich entfaltende Drama. Als Toni in Lebensgefahr gerät, entschließt sie sich selbst in die Wand zu steigen.

Nordwand ist ein geradezu klassisches Bergsteiger-Epos im Stil eines 40er-Jahre Films, untermalt mit großer Orchestermusik und besetzt mit hervorragenden Schauspielern.

Leider entzog sich das Meisterwerk der Begeisterung so mancher gähnender Besucher der Überraschungspremiere. Zumeist sehr jung, sind sie verwöhnt von Actionfilmen, in denen alles auf einmal passiert, Blut meterweit spritzt und Helden grandios den Sieg erringen, bevor ihre Körper von gewaltigen Explosionen zerrissen werden.

Ein Drama auch dies. ;-)

Heute im Kinocast: Sebastian, Dobby und Michael

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Dschingis Bizarrow

15. Oktober 2008

Dieses Video muss/kann nicht kommentiert werden.

Nur soviel: Es wird mich noch eine Weile beschäftigen. Nachts, tagsüber, am Anfang eines Trips, am Ende eines Albtraums und zweifellos zwischendrin.

Sodann for President

14. Oktober 2008

Man muss sie lieben, diese Politiker. Jetzt wollen sie einen ehemaligen Tatortkommissar zum Bundespräsidenten machen.

Nun sollte der Beruf des Schauspielers zwar kein Ausschlusskriterium für ein politisches Amt sein, aber einen politisch unerfahrenen Menschen ins höchste Amt zu befördern, ist sicher nicht nützlich, zumal Sodann in seinem Buch selbst eine Politikferne, wenn nicht sogar eine Politikantipathie einräumt.

Außerdem, und das scheint mir gewichtiger, sollte ein Bundespräsident Diplomat sein und die entsprechenden menschlichen Wesenzüge aufweisen. Davon kann bei Sodann nicht die Rede sein.

“Spröde” ist wohl das treffendste Wort für seinen Charakter. Damit vertritt er das deutsche Volk zwar vollkommen glaubwürdig, aber bisher meinte ich immer wir sollten versuchen uns zu bessern.

Allerdings will ich nicht unterschlagen, dass das komödiantische Element eines sächselnden Bundespräsidenten gewisses Medienpotential birgt, im Sinne von Possierlichkeit.

++++++++

Update:

Nachdem Sodann sich jetzt im ARD Nachtmagazin zu seiner Kandidatur geäußert hat, gehe ich davon aus, dass es sich keineswegs um ein ernstes Vorhaben handelt, sondern um eine Marketingaktion für die Linke. Die allerdings wäre ziemlich genial.

Erstkontakt

14. Oktober 2008

Rubrik: Kann man ruhig mal bloggen

Wollte nur nebenbei bemerken, dass für heute der erste öffentliche und unwiderlegbare Kontakt mit Außerirdischen geplant bzw. vorhergesagt wurde.

Angeblich soll es sich um ein einzelnes Schiff handeln, dass für 3 Tage sichtbar bleibt. Vermutlich damit es alle sehen können.

Die letzten großen Prophezeiungen lagen alle daneben, Gott sei Dank. Allerdings handelte es sich bei jenen um Katastrophen.

Also, heute mal gen Himmel schauen (wenn sich die Wolken lang genug verziehen), denn wo das Schiff auftauchen soll, ist bisher unklar. ;-)

Kein hoher Preis

12. Oktober 2008

Literaturkritiker Reich-Ranicki hat medienwirksam den Fernsehpreis abgelehnt.

Fällig war das schon lange. Darüber sind sich die meisten Deutschen wohl einig. Das Fernsehprogramm ist ziemlicher Schrott mit nur sehr vereinzelten Lichtblicken.

So sehr Ranicki die Kerbe getroffen hat, gewünscht hätte ich mir eine solche Geste von einem jüngeren und einflussreicheren Menschen im Mediengeschäft, jemandem der etwas zu verlieren hat. Gottschalk selbst zum Beispiel.

Ranicki geht auf die 90 zu und hat nichts zu befürchten. Seine Karriere ist vorbei und niemand kann ihm mehr an den Karren fahren. Für ihn war der Plexiglas-Phallus ein geringes Opfer.

Trotzdem bin ich froh dass jemand so öffentlich diesen wichtigen Schritt geht und das Blatt vom Munde nimmt.

Dafür meinen Dank, Marcel.

Kunsthaus Gera

10. Oktober 2008

Eine Bank wird zum Kunstmuseum. Ein schöner Trend. Und so aktuell.

Im Falle der Landeszentralbank in Gera hat die Umwandlung allerdings nichts mit der Finanzkrise zu tun. Das Gebäude steht seit Jahren leer und bietet sich als Ausstellungsort geradezu an.

Die meisten Räume in Inneren sind groß und haben hohe Decken. Der ehemalige Bürotrakt wird wohl noch angepasst werden, um kleinere Ausstellungsräume entstehen zu lassen.

Bei der heutigen Pressekonferenz mit dem Oberbürgermeister ging es im Wesentlichen um Geld, die zukünftige Nutzung des Hauses und Auswirkungen auf die bisherigen Museen. Keine großen Überraschungen.

Der Ausstellungsstart wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Die Stadt hat das Gebäude zwar gekauft und notariell überschrieben, aber der Stadtrat muss dem Ganzen noch zustimmen. Vor 2009 wird sicher nicht viel passieren.

Ich finde die Idee des neuen Museums hervorragend. Das Gebäude selbst auch. Zwar wird man am Äußeren etwas feilen müssen, um dem stacheligen Defensivcharakter Einhalt zu gebieten, aber das sollte möglich sein.

Ach ja: MDR-Kameramänner sind die Taxifahrer unter den Medienschaffenden. Für sie gelten keine Regeln.

Update: Die Nachricht vom neuen Kunsthaus hat es sogar auf n-tv.de geschafft.

Verwandte Themen:

Podcast #69 - Otto Dix

Schikane

10. Oktober 2008

Der Betreiber meines Lieblingshasscafeobjekts hat es geschafft ein neues Ärgernis zu installieren.

Ich darf jetzt zwar meinen Laptop in seinem Etablissement betreiben und sogar eine Steckdose benutzen. Das hauseigene W-LAN lässt allerdings nur bestimmt Webseiten zu. N-TV.de geht, CNN nicht. Auch bei Twitter lässt das Teil nicht mit sich reden.

Möge die völlig ungefährliche Finanzkrise die ja gar keine Wirtschaftskrise ist diesen präteniösen Laden dahinraffen und dabei lange leiden lassen. Sehr lange!

Kinocast: Ananas Express

9. Oktober 2008

Ein Kleindealer und sein bester Kunde geraten in Schwierigkeiten als einer von ihnen einen Mord in der Drogenszene beobachtet und erwischt wird. Zu Recht verfallen beide dem Verfolgungswahn, der alle Kiffer auszeichnet. Sie werden Ziel einer Hetzjagd die den größten Teil dieses Films einnimmt und in einer Alles-oder-Nichts-Schlacht gipfelt.

Viele Menschen sterben oder werden ernsthaft verletzt, aber scheinbar agieren sie alle sehr emotionsgesteuert und entschuldigen sie sich gegenseitig für ihre Taten.

Es ist unmöglich diesen Streifen ernst zu nehmen. Trotz der vielen Gewalt ist Ananas Express eine Komödie die kaum Lachpausen zulässt.

8 von 10 Punkten

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