8 von 10

22. April 2007

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Es ist kurz nach 3, Sonntag morgen und ich habe es bis nach Hause geschafft.

Die erste offizielle Thüringer Bloglesung war, ohne Übertreibung, ein Erfolg. Es hat einfach alles gepasst. Die Kneipe hatte genau die richtige Größe, das Publikum war toll, die Stimmung auch, es gab kaum Pannen und sogar Stargäste waren da.

Der junge Mann auf dem Foto ist, glaube ich, Popliterat Benjamin von Stuckrad-Barre. Er stritt dies zwar heftig ab und beschimpfte sich sogar selbst, aber trotz des mühsam angeklebten Bartes, der herausgewachsenen Haare und des affektierten Ost-Dialekts habe ich ihn sofort erkannt.

Das Programm begann wie geplant um 20.00 Uhr und endete ziemlich genau um 11. In der Rückschau kamen mir diese 3 Stunden vor wie etwa eineinhalb. Diese Kurzweil spricht für den Unterhaltungswert. Trotzdem hätte ich mir vorher geplante Pausen gewünscht. Zwei vielleicht. Pausen gab es zwar, aber diese wurden spontan ausgerufen und fanden draussen statt, während drinnen hausgemachte Musik gespielt wurde und die kam, zu meiner Überraschung, von Sven und einer jungen Dame. Und sie war gut.

Das Publikum, so bestätigte man mir später, bestand zum größten Teil aus Jenaer Bloggern. Nur an der Bar saßen zwei Zivilisten. Eine Dame und ein Herr. Die Dame fragte mich vor Beginn der Veranstaltung nach der Bedeutung des Wortes „Blog“ und mir fiel tatsächlich nichts Besseres ein als diese unglaublich blöde und verniedlichende Mainstream-Medien-Definition des Online-Tagebuches.

Ich fordere hiermit alle mitlesenden Blogger auf, eine Blog-Definition zu erstellen, die es wert ist, unser Tun zu definieren. Ich werde dazu einen eigenen Beitrag schalten. Die Definition werde ich dann persönlich in der Tagesschau vorlesen, damit das endlich mal geklärt wird.

Ich will jetzt nicht auf jeden einzelnen Vortrag der Bloglesung eingehen. Das kann jeder selbst tun, sobald die Videos auf der TBZ online gestellt werden. Was ich beeindruckend fand, war die Qualität der Vorträge. Natürlich gab es gute und weniger gute, aber das Gesamtbild war sehr schön.

Oft sind Textlesungen, auch von professionellen und erfolgreichen Schriftstellern selbst auf Buchmessen und im Fernsehen, wenig unterhaltsam, was daran liegt, dass die Schreiber per Definition lieber schreiben als sprechen. Daran gemessen hat sich die Bloglesung als durchaus vorzeigbares Medium bewiesen und wird sich hoffentlich etablieren, sodass wir irgendwann zurück schauen können und sagen: „Weißt du noch, damals in Jena? Da hat alles angefangen…“

Schöne Bilder gibt es hier.

Mehr über die Lesung kommt im nächsten Podcast. Bald.

Kommentare

5 Kommentare für “8 von 10”

  1. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Boooom!!!! am 23. April 2007 um 11:39 Uhr

    […] JaBB und Markus haben die ersten Bilder und pulsiv, Michael und lesof haben Erlebnisberichte. Der TBZ-Bericht und das erste Video folgen voraussichtlich heute abend. […]

  2. Blogs, Blogger und das echte Leben · Happy Arts Blog am 23. April 2007 um 22:23 Uhr

    […] Doch aller neumodischer Blogger-Nerd-Multimediakram konnte nicht davon ablenken, dass es um all die schönen, traurigen und lustigen Dinge des Lebens ging. Mit dem Kolumnistenschwein startete die Lesung. Er sieht aus, wie man sich einen Blogger vorstellt, schreibt jedoch, wie man es bei einem Kolumnistenschwein erwartet. Michael, der Radio-G Podcaster aus Gera berichtete unter anderem über den Fall der Geraer Türme. Wenn man ihm die Möglichkeit raubt, im Raum auf- und abzugehen, kommt seine Erfahrung als Podcaster zur Geltung. Gonzo gewinnt den Preis für das markanteste Outfit, zottelig gefolgt vom Kolumnistenschwein. Er berichtete von Reisen in Länder, die sicher nicht zu den klassischen Urlaubsregionen der Deutschen gehören. Hier wäre der Platz für die obligatorische Powerpoint-Präsentation gewesen, die den imaginierten noch ein paar reelle Bilder hinzugefügt hätte. Skurril war der Auftritt von Theodor Thornthrop, dem Beinahe-Londoner. Zwischen verbalen Links auf onlinecasino.com rezitierte er „Die Made“. Hoffentlich kommt bald der Videobeweis, sonst glaubt uns das keiner. Ich muss zugeben, das Blog von lesof habe ich wegen der furchbaren optik mehr über- als gelesen. Doch nach diesem literarischen Highlight aus absurdistan ändert sich das. Kaum hatten wir unsere Lachmuskeln ein wenig entspannt, erzählte uns Pulsiv alle Details über sein bestes Stück und lies mit weiteren Geschichten aus seinen Leben kein Auge trocken. Basti’s Kopfzirkus entschwirren tiefgehende Gedanken über die Liebe und die Wahrheit. Den Text sollte jeder ab und zu lesen sollte, um den Realitätscheck zu machen. Marcus vom urbandesire rettete das musikalische Intro vor dem DRM-Tot. Ein spannendes Thema, über das ich auch schon ein wenig in den Zeiten von The Cures Pictures of You nachgedacht habe. Zwischen den Lesungen spielte die Sapere Aude Memorial Band (Sven, das nächste mal borge ich dir meine Gitarre) und rahmte die Texte perfekt ein. […]

  3. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Dank, Dank, Dank am 23. April 2007 um 22:43 Uhr

    […] Ausführliche Erlebnisberichte und Bilder gibts bei JaBB, Markus, Pulsiv, Baytor, René, Michael, Lesof und Franzzi. […]

  4. Gonzo’s Weblog » Blog Archive » Nachtrag zur ersten Thüringer Bloglesung am 24. April 2007 um 10:29 Uhr

    […] Das wären JaBB, Happy Arts, Pulsiv, Baytor, René, Michael, Lesof, Franzzi und natürlich die TBZ. […]

  5. THÜRINGER BLOGZENTRALE » Blog Archive » Aufruf zur 2. Thüringer Bloglesung am 20. April 2008 um 18:41 Uhr

    […] im Jenaer Café Quirinus. Ausführliche Erlebnisberichte von JaBB, Markus, Pulsiv, Baytor, René, Michael, Lesof, Franzzi, Gonzo und Basti zeugen von einem unvergesslichen […]

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