We’ll do it live!

16. Mai 2008

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Bill O’Reilly, Amerikas unangenehmster Talkshow Moderator wird seit ein paar Tagen hoch gehandelt.

Allerdings nicht im Fernsehen, sondern im Internet. Ein altes “Hinter den Kulissen” Video ist aufgetaucht und das wird jetzt ausgeschlachtet und “kreativ” recycelt.

Herrlich!

Radio-G 139 - Don Dahlmann

16. Mai 2008

CHAOS!

Don Dahlmann ist zu Gast und meine Aufnahmetechnik spielt verrückt. Am Ende sitze ich mit einem alten Siemens Telefon auf dem Fußboden und nehme Dons Stimme mithilfe eines Handaufnahmegeräts aus dem Lautsprecher auf. Ganz alte Schule.

Wir reden über Los Angeles, das Dasein eines freiberuflichen Journalisten und den Recherche-Vorteil von Berlin. Don erklärt was ein Kiez ist, ist froh über seinen verkauften Volvo und stinkesauer auf seinen Waschmaschinenfritzen.

Natürlich geht es auch um Gadgets, Blogs, Twitter, die Web-Versionen 2.0 und 3.0, warum Blogs immer noch nicht den Mainstream erreicht haben und wie Don dies zu erreichen gedenkt.

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Coca Cola Light und Mentos

14. Mai 2008

Das mit teutonischer Härte indoktrinierte “Mit Essen spielt man nicht!” würde der oben gezeigten Tätigkeit hierzulande schon von vorn herein einen Tugendriegel vorschieben.

Andererseits kommt der Jux aus Amerika, einem Land das nicht gerade für Ernsthaftigkeit und Sparsamkeit bekannt ist.

Und außerdem legt die Auflistung der Inhaltsstoffe der beiden Hauptzutaten den Schluss nahe, dass es sich keineswegs um Nahrungsmittel handelt, sondern ganz eigentlich um das Gegenteil.

Unter diesem Gesichtspunkt, finde ich, steht dem Spaß nichts mehr im Wege.

Volkspark

14. Mai 2008

Also eins muss ich mal los werden. Und nein, ich will nicht meckern. Ganz im Gegenteil.

Ich bin ganz hin und weg von Geras neuem Riesenpark, dem einstigen BUGA Gelände. Ein gigantisches Areal mit Rasenflächen die jedem Golfplatz Konkurrenz machen, schönen Gehwegen, Bäumen und einem Fluss.

Dort treiben sich jetzt jeden Tag hunderte bis tausende von Menschen rum, die im Gras liegen, oder Ball spielen und all die Dinge tun, die man in Parks halt so tut.

Es gibt keine Verbotsschilder, keine Parkwächter, keinen der meckert. Einfach nur zufriedene Leute die auf sowas schon lange gewartet haben.

Jetzt soll sogar noch ein Freibad gebaut werden, gleich neben dem Hallenbad. Das ist fast wie Kinder Überraschung.

Work Community

10. Mai 2008

Als ich gestern meine Soljanka mit Brot auf dem Jenaer Marktplatz Freiluftlöffelte, kam Lars Zapf.de stirnrunzelnd und Headset-telefonierend auf dasselbe Billigsuppen-Etablissement zu gelaufen. Er lehnte sich an einen Stehtisch. Das Telefonat strengte ihn an. Ich löffelte erstmal weiter.

Irgendwann hörte er auf mit dem Stehtisch zu sprechen und ich sagte seinen Namen, woraufhin er mich erkannte, was nicht ganz einfach gewesen sein konnte, denn ich hatte mich verkleidet: Costa Brava Schirmmütze und Sonnenbrille.

Er holte sich auch so eine Suppe und setzte sich zu mir. Wir unterhielten uns über ungebremst geekige Themen und er zeigte mir sein importiertes und “gejailbreaktes” iPhone, woraus ein wieder neues Geek-Universum entstand.

Danach fragte er was ich noch so vorhabe, worauf ich erwiderte dass ich gedenke den Nachmittag im Cafe zu verbringen und dort so zu tun als würde ich arbeiten. Das fand Lars eine ganz vorzügliche Idee und bot mir an eine “Work Community” zu bilden.

Im Sonneberger Dialekt klingt diese Substantiv-Kombination noch geheimnisvoller, als sie ohnehin ist und so fragte ich nach ihrer Bedeutung. Lars erklärte dass es sich bei diesem Phänomen um die Zusammenrottung teilweise wildfremder und oft vereinsamter Internetarbeiter handelt, welche sich an öffentlich Plätzen treffen und dort wenn nicht miteinander so doch am selben Ort ihrer obskuren Tätigkeit nachgehen. Er habe sogar in San Francisco beobachtet wie Firmen sich solchen Individuen annehmen und ihnen Schreibtische mit Telefon und Internetanschluss für vergleichsweise günstige Monatsmieten anbieten.

Wir hingegen mussten nichts anmieten sondern bloß was kaufen für unsere Daseinsberechtigung im Cafe Markt 11, in welches wir uns alsbald begaben. Dort saßen wir dann mehrere Stunden mit Laptops und web-to-go Utensilien. Lars telefonierte gelegentlich mit Überseekunden, ich aß gelegentlich Kuchen weil mich nie jemand anruft. Ab und zu unterhielten wir uns um dann wieder in stummes Tastaturklappern zu verfallen.

Alles in allem eine merkwürdige Erfahrung, aber interessant im Hinblick auf ein anderes Phänomen: Synergie. Trotzdem der Work Community Partner einer völlig anderen Arbeit für eine völlig andere Firma nachgeht, bekommt man doch Dinge mit die einem selbst helfen können. Es fließt also Information die sonst nicht fließen würde.

Außerdem macht es irgendwie Spaß und man fühlt sich seltsam zusammengehörig, wenn nicht sogar verschworen im Kampf ums Überleben. Das Überleben im Netz.

foto: 2dogs

Radio-G 138 - Solar

8. Mai 2008

Energie wird immer teurer in all ihren Ausprägungen. Mich hat interessiert wie sich die Solarenergie in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt hat und wie lang es noch dauern wird bis wir uns mit ihrer Hilfe zumindest elektrisch selbst versorgen können.

Achim Walther’s Firma AEP plant Fabriken in denen Solarzellen und Module hergestellt werden, berät Nutzer großer Solaranlagen aber auch Normalbürger im Hinblick auf kleine Module auf dem Dach ihres Eigenheims.

Achim erklärt wie die Eigenversorgung derzeit läuft und warum wir trotz der neuen Möglichkeiten noch Netze brauchen. Er beschreibt außerdem wie sich Solarzellen weiter entwickeln werden, was es mit biegbaren Solarzellen auf sich hat und wie diese zum Beispiel bei Kleidung eingesetzt werden.

Ich frage nach Achims Meinung zum Ausgang der derzeitigen Energiekrise und wie zielführend die 90er-Jahre Politik zum Abschalten von Atomkraftwerken heute noch ist.

Am Ende geht es um die Umweltverträglichkeit von Solarzellen, besonders im Hinblick auf ihre nicht allzu “grüne” Herstellung.

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Geschäftsmodell Kommastelle

8. Mai 2008

Günstige Flüge im Internet zu finden ist eine gewisse Herausforderung. Innerhalb Europas ohnehin. Wenn es dann auch noch in ein Land gehen soll, das nicht für seinen Billigtourismus bekannt ist und sich weigert den Euro anzunehmen, erhöht sich der Schwierigkeitsgrad gleich um eine Zehnerpotenz.

Expedia war heute der Fluganbieter meiner Wahl und hat auch gleich in der Kategorie Dreistigkeit den Bock der Woche geschossen. Mirco Nontschew als Kapitän hätte mich eigentlich stutzig machen müssen.

Nachdem mir eine Reihe von Flügen mit interessanten Preisen angezeigt wurde, ging ich daran einzelne heraus zu greifen um sie mir genauer zu beschauen.

Nach dem Anklicken des ersten Fluges öffnete sich ein neues Fenster. Die Meldung am oberen Bildrand lautete sinngemäß: “Es tut uns leid. Aber der Preis des von Ihnen gewählten Fluges ist gestiegen.”

Und wie. Von 250 auf 450 Euro.

Na ja, kann vorkommen. Technische Schwierigkeiten. Man weiß nie. Leichte Stirnröte.

Okay, nächster Flug. Klick. Neues Fenster: “Es tut uns leid.” 600 Euro mehr. Kopfinnendruck jetzt größer als Umgebungsdruck.

Einen hammwer noch. “Es tut uns…” TAUSEND EURO! Bing Bing Bing Bing Bing! Der Korken knallt. Ich raste aus. Schampus schwappt über die Tastatur. FASCHING! Uhhhhh, yeahhhhhh!

Nachdem irgendwann wieder Sauerstoff an mein Hirn drang und ich meiner Herr geworden war, klickte ich auf Opodo und wurde umstandslos zum günstigsten Flug geführt, welchen ich dann auch mit Wonne buchte.

Expedia ist vielleicht einfach nur in der falschen Branche.

Günter Wallraff gibt uns unser täglich Brötchen

6. Mai 2008

Die 80er sind vorbei und Günter Wallraff ein älterer Mitbürger mit Glatze. Trotzdem macht er auf Anfang Fünfzig und lässt sich von einer Firma anstellen in der Lidl Brötchen im Zeitraffer von Billiglohnmalochern aufgebacken werden. Dort erlebt er eine Seite Deutschlands die man in Polen vermuten würde oder in China.

Wie eigentlich immer verbrennt er sich die Finger dabei, diesmal buchstäblich, tippt das Ganze in seine alte Schreibmaschine (meine Vermutung) und gibt es der Zeit. Die druckt es ab.

Das Gefühl beim Lesen lässt sich schwer beschreiben. Einerseits ist man natürlich angeekelt von derart ungebremster Profitgier und den wahrscheinlichen Implikationen für unsere Ernährungskultur. Andererseits beschwören wir Konsumenten dieses Elend erst herauf indem wir den Schotter kaufen der am wenigsten kostet in der vagen Hoffnung “den Grossen” ihre Megaprofite vorzuenthalten. Die Macht des Kunden, nicht wahr.

Andererseits redet Wallraff in seinem Artikel von kleinen Bäckereien die noch selbst backen und bei denen man lieber kaufen sollte. Sicher, es gibt kleine Bäckereien. Aber bei denen handelt es sich in der Mehrzahl auch nur noch um Aufbäckereien. Richtig selbst backen ist passé, meiner Erfahrung nach. Die Unterschiede liegen eher in der Präsentation. Entweder die Aufbacköfen stehen hinten oder ehrlicherweise vorne im Verkaufsraum. Einen Unterschied macht das nur noch im Kopf des Kunden.

Schlussendlich lässt sich Wallraff über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen profitorientierter Unternehmen aus. Das die zweifellos vorhanden sind bestreite ich keineswegs. Schlussendlich arbeiten die Menschen dort aber freiwillig. Sie lassen sich willentlich versklaven und haben die Entscheidung dazu selbst getroffen. Sie dann als Opfer zu bezeichnen entspricht einfach nicht der Wahrheit.

Sie könnten sich genauso gut zusammen tun, eine kleine Bäckerei aufmachen in ihrem Ort und dort noch richtige Brötchen backen die hervorragend schmecken und von Kunden gern gekauft werden. Machen sie aber nicht. Wahrscheinlicherweise kaufen sie Lidl Brötchen oder die eines Konkurrenten. Weil das billiger ist.

Boomerang im Weltraum

5. Mai 2008

Kehrt ein Boomerang im Weltall so zum Werfer zurück wie auf der Erde?

Ein Astronaut in der ISS hat es probiert.

Die Erhabenheit des Fliegens

4. Mai 2008

Ich habe gerade über vergangene Zeiten nachgedacht in denen das Fliegen noch einer bestimmten Bevölkerungsgruppe vorbehalten war. Menschen die entweder Geld hatten, oder in hohen, wichtigen Positionen arbeiteten. Man schaute auf zu diesen Leuten.

Dieselben Leute sitzen heute in der ersten Klasse oder fliegen mit eigenen Flugzeugen, während der Pöbel die Holzklasse bevölkert.

Soweit ist das nichts neues. Mir ist nur gerade klar geworden, dass es bald wieder so werden wird wie es früher schon war, weil das Fliegen so unerschwinglich wird, dass der Pöbel mit dem Zug fährt. Und selbst das ist noch nicht raus.

Vielleicht werden wir schon in zehn Jahren den Kindern erzählen wie es war als wir noch geflogen sind. Und sie werden uns bewundern. Irre.

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