Sand im Schuh
12. April 2008
War gerade essen im Orient Express. Das ist ein Restaurant im englischen Stil wo man bis 17.00 Uhr frühstücken kann. Englisch natürlich. Das mache ich aber erst morgen. Heute war mir nach Cheeseburger. Hätte ich mal lieber das Frühstück genommen.
Danach war ich unten am Strand und habe etwa 10 Minuten Meeresgeräusche aufgenommen. Das kann ich dann später abmischen und zu Hause als Meditationsgrundlage verkaufen.
Kräftige Wellen kriegt man in Deutschland ja eher selten. Dabei habe ich mich soweit ans Wasser gewagt, dass mich die Wellen nie ganz erreichten. Bis zu dem Moment als ich plötzlich knietief eingetaucht wurde.
Es ist schon erstaunlich wie schnell Sand bis in die kleinsten Ritzen vordringt. Der hiesige ist nicht ganz so hinterlistig wie beispielsweise Ostseesand weil ziemlich grobkörnig. Mit den nassen Hosenbeinen kam ich mir vor wie ein Kiffer der so breit ist, dass er die Kontrolle über seine Blasenfunktion verloren hat. Ich glaube Ozzy Osborne hat das tatsächlich mal geschafft auf einem Flug zu einem Konzert nach Moskau 1988. Hat zumindest Adam Curry von MTV erzählt und der war dabei.
In einem der vielen Cafes hier gibt es ganz ausgezeichnete Erdbeertorte. Sie schmeckt wie in Deutschland und sieht auch fast so aus. Sie ist allerdings flacher und die Sahneportion obendrauf der pure Herzinfarkt.
Obwohl ich sonst nie Kaffee trinke habe ich gestern mal spanischen Cafe con Leche probiert und ich muss sagen der schmeckt sehr gut. Allerdings muss man ziemlich viel Zucker rein tun denn er ist bitter. Wenn ich mich beeile und diese Ernährung beibehalte, ist mit meinem Ableben noch in dieser Woche zu rechnen.
Die Fotos von heute gibt es hier.
Podcast 132 - Costa Brava 1
11. April 2008
Vom Balkon eines Hotels, hoch über den schmalen Gassen des Ortes Lloret de mar kommt der erste Teil meines Reisepodcasts von der Costa Brava.
Meeresgeräusche gemischt mit Motorrollern, miauenden Möven, Überschallschwalben, singenden Teenagern, Steinsägen und acht Palmen.
Am Strand
10. April 2008
Es ist dunkel und das Meer kaum noch zu sehen, doch die Brandung ist laut. Vom Wasser her weht ein warmer Wind. Ich laufe die Promenade runter und scanne die gegenüberliegende Häuserzeile nach Restaurants fürs Abendessen.
Irgendwie hat heute die Zeit gefehlt für profunde Ernährung. Ciabatta mit Ei und Hanuta am Bahnhof, eine Soljanka am Terminal. Im Flugzeug gab es nur Kaltes.
Ich dachte immer Lufthansa Stewardessen seien die schnoddrigsten. Aber die spanischen Ryan Air Trullas von heute haben es geschafft noch unpersönlicher zu sein. Klar, sie machen Fließbandarbeit. Der Flieger wird in weniger als 20 Minuten umgedreht. Sitztaschen gibt es nicht. Kotztüten muss man wahrscheinlich bezahlen. Was kann sowas kosten?
Diese Omnirelevanz an der Costa Brava ist fast beängstigend. Hier wird jede Ethnie bedient, jedes noch so abseitige Bedürfnis erfüllt. Ich lasse wechselweise den Deutschen oder den Ami raushängen. Ein paar wohl plazierte Wörter in spanisch, das R schön gerollt. Es is völlig egal. Die Reaktion ist immer dieselbe. Was willst du? Hamm wer! Komm rein.
Ich bleibe in einem Steakhaus hängen und bestelle einen Grilled Chicken Caesar Salad. Das Teil ist gigantisch und gut. Der Preis höchstens auf deutschem Niveau, eher darunter. Die Kellner sind extrem freundlich und schnell. Ist noch nichts los. Kurz nach acht. In der Nähe sitzen ein paar Engländer. Das richtige Geschäft geht erst nach 10 los.
Das W-LAN im Hotel funktioniert super. DSL-Geschwindigkeit und ohne Aufpreis.
Mein Zimmer ist gut und sehr sauber. Allerdings ist es das zweite. Das erste Zimmer war halb so groß und den nächtlichen Sturz von dem viel zu schmalen Bett auf den unnachgiebigen Marmorfußboden wollte ich mir ersparen.
Die Dame an der Rezeption ist etwa 60, aber auf ihre Art sehr sexy. Auf ihrem Busen vereinen sich Sommersprossen zu Altersflecken. Ihre Stimme ist entweder iberisch heiser oder deutet auf langjährigen Tabakkonsum hin. So genau lässt sich das nicht feststellen. Zuerst war sie ziemlich spröde gelaunt, aber mittlerweile verstehen wir uns gut. Vielleicht kann ich sie zu einem Interview für den Podcast überreden. Ihr Englisch ist sehr gut.
Thüringer Staatskanzlei plant offenbar Videocast
9. April 2008

Wahrscheinlich hat denen Angelas Videobotschaft an die Nation gefallen. Sie werden wohl sicher gehen, den Auftrag an “Profis” vergeben und damit jede Chance auf Coolness verspielen.
Quelle: Thüringer Staatsanzeiger - Öffentlicher Teil
Restaurant ohne Kellner
9. April 2008
Komisch dass man sowas auf einer BBC Seite findet, aber interessant ist es trotzdem.
In Nürnberg hat ein neues Restaurant eröffnet welches ohne Bedienung auskommt. Man bestellt per Touchscreen am Tisch.
Das Essen wird in der Küche unter dem Dach zubereitet und dann auf einem Schienensystem zum Kunden befördert und auch das nur durch Schwerkraft.
In der Zwischenzeit kann man vom Touchscreen aus im Internet surfen, E-Mails verschicken oder ähnliches.
Durch die Einsparung des (BBC: meist übel gelaunten deutschen) Kellners wird die Rechnung kleiner. Und das Trinkgeld fällt auch weg.
Eilig
8. April 2008
Heute morgen in der Straßenbahn saß eine Frau die vergessen hatte alle Lockenwickler aus ihrem Haar zu entfernen. Ein einzelnes hellgrünes Exemplar war noch an ihrem Hinterkopf befestigt.
Ich habe erst die Dame beobachtet und dann die Leute hinter ihr. Das war fast noch interessanter. Einer kriegte ganz große Augen als der einsame Lockenwickler vor seinem Gesicht baumelte. Danach hatte er erhebliche Schwierigkeiten die Fassung zu bewahren.
Ich übrigens auch.
Fast wäre ich zu der Frau hingegangen und hätte sie auf das Malheur aufmerksam gemacht. Aber ich wollte nicht derjenige sein, der sie bloßstellt. Ich dachte mir wenn sie es später im Büro merkt ist es vielleicht privater.
Komische Situation.
Das fehlende Glied
7. April 2008
Sind die blöd?
Soll ich laufen?
Ein prima Flug, einer schöner Ort am Strand, ein niedliches Hotel. Aber der Bus zum Strand fährt nur einmal am Tag und zwar lange bevor mein Flug ankommt.
Was soll das? Wieso sollte ich diesen Unsinn buchen?
Ryan Air! Wake up!
Bilderrätsel
5. April 2008
Aus welchem Jahr stammt dieses Bild?
Ich liebe Esel
5. April 2008

Das ist Florian.
Er lebt im Tierpark und scheinbar nicht schlecht. Jedes Mal wenn ich ihn sehe, oder dieses Bild von ihm, möchte ich ihn am liebsten mit nach Hause nehmen.
Klar, es wäre eng. Ich müsste einen Heuhaufen neben mein Bett platzieren und die Tür zum Bad verbreitern lassen. Wenn ich nicht da bin, könnte Florian auf den Hof gehen und dort den fünfhundert Spatzen, die einen Knöterich zum Großflughafen verwandelt haben, das Futter aus dem Napf fressen, der jeden Tag nachgefüllt wird.
An Wochenenden würden wir weite Wanderungen unternehmen und Kindern Taschengeld fürs Streicheln abknöpfen. Für das Geld würde ich dann wieder Stroh kaufen, den Klempner bezahlen, der sich nicht erklären kann, warum die Toilette jeden zweiten Tag verstopft ist und die Fahrradreifen der Nachbarn ersetzen die Florian in seiner Langeweile zerkaut hat.
Oder ich ziehe in den Tierpark.
Podcast 131 - Wettermann
4. April 2008

Fast zwei Jahre hat es gedauert einen Meteorologen für ein Interview zu finden. Endlich hat es geklappt.
Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach erklärt warum die Wettervorhersage manchmal ungenau ist, wo Wetterdaten überhaupt herkommen, wieso viele Menschen meinen das Wetter sei früher anders gewesen und wie sich das deutsche Klima in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.
Danach reden Micha und ich über das digitale Medienevent des Jahres: Die re-publica in Berlin und Johnny Häusler spricht Abschiedsworte.
Hörertelefon: 0365 257 6344
Musik:
Andrew Pfaff - Weather and Travel
Blue Jar - Tango por una cabeza
Foto: MarcoIE







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