Gut erzogen
17. Juni 2007

Fliegenknast
16. Juni 2007

foto: gullevek
Die Insektenpopulationen um mein Haus herum wachsen an. Durchaus in normalen Sphären, zumal es viele Vögel gibt in meinem Hof die sich an ihnen laben, aber trotzdem nervt es.
Sobald ein Fenster auch nur angekippt wird, brummen sie rein. Und sie sind allesamt zu blöd wieder raus zu finden. Vielleicht stimmt das wirklich mit dem drastisch begrenzten Kurzzeitgedächtnis mancher Insekten.
Es muss also sein: Fliegennetze. Die schönsten sind extra angefertigt, maßgeschneidert und müssen bloß noch eingeklickt werden. Dieser Luxus kostet: €70 pro Fenster. Würde ich gerne nehmen. Aber mein Einkommen geht ja für Verwarnungsgelder drauf. Und für die mit Podcast-Reportagen hinterlistig erschlichenen Werbeeinnahmen kann ich mir gerade ein Eis kaufen. Klein.
Dann gibt es noch Do-it-yourself Kits zum zurecht sägen, aber dabei ist das Verletzungsrisiko zu groß. Ich könnte einen meiner 10 SMS-Daumen verlieren.
Bleibt noch die Billigvariante, zum selber basteln.
„Kinderleicht.“ „10 Minuten.“
Derlei Slogans prangern auf der Schachtel mit dem Sichtfenster auf weiße Gaze.
Sieht auch leicht aus. Man nimmt den Velcrostreifen, zieht das Papier hinten ab und klebt es in den Fensterrahmen. Stopp! Vorher Schmutz entfernen, damit es besser hält.
Das allein dauert 10 Minuten.
Nicht zu vernachlässigen ist der Umstand, dass man während des Anklebens auf einer Leiter balanciert und unter einem der sichere Tod lauert. Da kann man nicht schnell machen.
Und jetzt geht das Gefitze los. Die Gaze ist bereits ab Werk völlig schief geschnitten. Es gibt rein gar keine Anhaltspunkte für eine saubere Ausrichtung. Man muss einfach schätzen. Dran pappen das Zeug und hoffen. 20 Minuten.
Irgendwann passt es so halbwegs und man greift zum Teppichmesser. Mit dem kann man die an den Rändern überstehende Gaze abschneiden. Auch total easy. Steht alles auf der Verpackung.
Die Klinge des Messers rattert dumpf über das völlig unbeeindruckte Netz. Schwindler! Verbrecher! Saupack!
Die Leiter wackelt.
Okay, okay. Ganz ruhig!
Ich futzel die Gaze wieder ab, nur auf einer Seite, und versuche schief im Fenster hängend, auf einem Bein und völlig ohne Anhaltspunkt das Netz so zu trimmen, dass es passt. Irgendwann verliere ich die Geduld und rammel das Fenster einfach zu. Wird schon halten. 40 Minuten sind vergangen, ich bin schweißgebadet und die Bude voller Zuschauer-Fliegen.
Die können jetzt nicht mehr raus.
Das Geld liegt auf der Strasse
14. Juni 2007

Es gibt sie immer wieder, die Tage an denen die Zonks an jeder Ecke lauern. Normalerweise sind Zonks rot. Heute waren sie blau, trugen Helme, Radlerhosen mit Geleinlage im Schritt und waren bewaffnet.
Am Eingang der Flaniermeile dieser Stadt steht ein etwas klein geratenes Verkehrsschild. Darauf ist ein rot eingekreistes Fahrrad abgebildet. Unter ihm steht 10-18h. Also man soll nicht innerhalb dieser Zeit.
Nie ist mir dieses Schild aufgefallen. Erst heute wurde ich auf seine Existenz hingewiesen. Eben von einem der blauen Zonks, oder sollte ich sagen, einer Zonkin. Polizeimeister soundso.
Sie nannte mich „junger Mann“. Das heisst, eigentlich rief sie dieses strategische Kompliment, da ich weiter fahren wollte, als ich sie sah. Die Dame ragte weit auf. Fast bis zu meinem Bauchnabel. Von dort unten sagte sie etwas von Ordnungswidrigkeit und stellte dann eine der dämlichsten Fragen der Neuzeit: „Sind sie mit einer Verwarnung von 10 Euro einverstanden?“
What the Fuck?
Ich berichtete ihr von meiner beträchtlichen und darüber hinaus chronischen Geldnot, woraufhin sie mir 5 Euro Verwarnung vorschlug. Der Basar war eröffnet.
Ich kramte in meiner Hosentasche und förderte eine Barschaft von €4,56 zu Tage. Dieses Ergebnis muss sie nicht befriedigt haben, denn sie schüttelte missgestimmt ihren Kopf mit dem Helm oben drauf. Wahrscheinlich war ich damit heute nicht der erste.
Also öffnete ich mein Portemonnaie und gab ihr einen €10 Schein, welchen sie gegen einen hübschen Verwarnungsbeleg aus Recyclingpapier eintauschte.
Danach wünschte sie mir doch tatsächlich noch einen schönen Tag. Ich wählte für meine Antwort eine andere Sprache, um einer weiteren Verwarnung vorzubeugen.
Was ihre persönliche Fortbewegung anbelangt, so bevorzugen die netten Freunde und Helfer übrigens… man glaubt es kaum: Dass Fahrrad. Auch gern innerhalb der Verbotszone.
Podcast Nummer 89
13. Juni 2007
Rene und ich waren in Arnsdorf bei Dresden. Dort tranken wir Birnensaft quasi direkt aus der Frucht und unterhielten uns mit Kirstin Walther und Jörg Holzmüller. Die beiden leiten die Walther Obstsaftkelterei und haben vor einigen Jahren das Bloggen und Videocasten für die Firma entdeckt.
Mittlerweile ist das Walther Saftblog bundesweit bekannt, rangiert unter den Top 100 Blogs und die Saftboxen mit dem Zapfhahn gehen weg wie warme Semmeln. Ganz nebenbei verdrängen sie langsam die Mehrwegflasche, welche sich bei genauer Betrachtung als ökologisches Desaster entpuppt.
Neben vielen Anekdoten über den steinigen und oft wundersamen Weg zum Erfolg erfahren wir unter anderem warum Saft bald teurer wird, was einen guten (und schlechten) Saft eigentlich ausmacht und welche Rolle China bei all dem spielt.
Ich hab es nicht übers Herz gebracht, das Interview drastisch zu kürzen. Es war einfach zu schön. Die mp3 erreichte somit die stattliche Größe von 58 MB.
Aber wer zapfen will, muss saugen.
Viel Spaß!
Franzosen und Wodka
10. Juni 2007
Ich hatte gerade ein Arbeits…(hipp)…essen mit Herrn…ähhhhh… Putin…
Hammse Fraachen?
Glückskeks
10. Juni 2007


Habe heute mein erstes deutsches Glückskeks bekommen.
Interview-TV
9. Juni 2007

quelle: amadelio
Journalistisch hochwertige Videos sind schwer zu finden in den tiefen Wassern des Internets. Zumal Dreck oben schwimmt. Doch ab und an wird man fündig und glaubt gar nicht, dass es sowas noch gibt, kostenlos obendrein.
Amadelio ist nicht das, was man populär und cool nennen würde. Bei der evangelischen Anmoderation hat es mich sogar ein bisschen geschüttelt. Aber der Inhalt ist feinsinnig, ausgesiebt und absolut sehenswert.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch ein Stilmittel, das ich bisher noch nicht kannte: Die Fragen des Interviewers sind, bis auf wenige Ausnahmen, heraus geschnitten. Das heißt, es reihen sich nur Antworten aneinander. Das nervt am Anfang, aber irgendwann merkt man, dass sich die Fragen ohnehin aus den Antworten ergeben und außerdem die Konzentration beim Zuhören höher ist, da man sich ständig fragt worum es eigentlich geht. Bis man es begreift und sich wie ein kleines Kind fühlt, welches zum ersten Mal einen Würfel durch das quadratische Loch eines Formzuordnungsspiels bugsiert.
Adelio macht es dem Zuschauer nicht einfach. Es biedert sich nicht an, liefert aber Unterhaltungswert und Information. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Abneigung und Bewunderung, in das man sich immer wieder begiebt, um die ein oder andere Emotion zu bedienen.
Am Ende bleibt für mich die Frage nach der Absicht dieses Konzepts. Aber das kann ich ja mal im Rahmen eines Interviews klären. Radio diesmal.
Shop till you drop
8. Juni 2007

Heute in Dresden gefunden.
Radio-G Podcast #88
7. Juni 2007

Karlheinz Brandenburg ist einer der Erfinder des mp3 Formats. Er leitet das Frauenhofer Institut in Ilmenau und lehrt an der Technischen Universität. Mit Radio-G spricht er über die Anfänge und die Entwicklung von mp3, die Verdienstmöglichkeiten eines deutschen Erfinders, ein neues Audioverfahren an dem gerade gearbeitet wird und darüber warum in Deutschland kaum Risikobereitschaft für die Vermarktung neuer Ideen existiert.
Musik:
The young Punx - You’ve got to
Der Walther Werbespot wurde produziert von Henning Bulka.
Lockstoff
6. Juni 2007
Ich habe von jemandem erfahren, dass heute eventuell Oceans 13 im Kino uraufgeführt wird und er hat gemeint, dass wenn ich heute schon darüber in meinem Blog schreiben würde, die Leute mir die Bude einrennen.
Ich hab zwar heute keine Lust ins Kino zu gehen, aber das hindert mich ja nicht daran über den Film und seine Existenz zu schreiben. Zumal wenn ich Oceans 13, Uraufführung, Review und andere, potentielle Suchbegriffe in meinen Artikel einarbeite.
So, und jetzt bin ich mal gespannt was passiert.





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