Koller
28. Juli 2006
Irgendwie geht gar nix mehr.
Es ist genug Arbeit da, aber ich hab einfach keine Lust. Es ist zu warm. Stundenlang sitze ich auf dem Sofa oder vor dem Computer auf der Suche nach einer Eingebung. Es ist Freitag, aber das macht für mich keinen Unterschied.
Irgendwas müsste mir doch jetzt Spass machen können. Manchmal mache ich Fotos von Dingen in meiner Wohnung. Lampen, Kalender, meine Parfumflasche.
Gestern habe ich ein Handy in der Stadt gefunden. Es lag einfach da, wo ab und zu mal Leute sitzen, im Schatten. Ich hab es aufgehoben und das Telefonbuch durchblättert. Bei „daheim“ hab ich angerufen, aber es ging keiner ran. Bei „Mama“ auch nicht.
Ich hab das Handy eingesteckt und bin in ein Cafe gegangen zum Flüssigkeit auffüllen. Apfelschorle aber bitte nicht so viel Apfelsaft. Also geschorlte Schorle gewissermaßen. Dumpfer Blick bei der Kellnerin. Tu es einfach, denke ich. Du musst das nicht begreifen. Ich will es einfach so, weil ich es so will. Bei €3,20 für ein bisschen Apfelwasser will ich keine hochgezogenen Augenbrauen sehen, sondern eine flotte Bedienung. Na komm.
Dann klingelte das Handy. Ein Mann. Nordhessen oder südliches Niedersachsen, vom Dialekt her. Sie haben angerufen? Ja, ich hab dieses Handy hier gefunden.
Das gehört meiner Tochter, sie macht Urlaub in Gera.
Urlaub in Gera! So einen Satz hab ich ja noch nie gehört. Aber vielleicht ist dies der Anfang, der Auftakt, die neue Blüte, der zweite Früh…
Ob ich das Handy per Post schicken kann? Ja klar. Mach ich gern.
Ich fühle mich wie ein Pfadfinder. Immer ehrlich und hilfsbereit. Niemals lügen und zu jeder Zeit das Richtige tun. Timur wäre stolz auf mich, aber Timur war ein idealistischer Hippy. Und er hat mir Teile meiner Kindheit weggenommen. Ich wollte spielen, aber die alten Leute konnten nicht in die Kaufhalle gehen, weil sie krank waren, also ging ich.
Das Handy klingelt schon wieder. Diesmal ist es „Mama“. Ja, habe ich schon geklärt. Nein, ich werde es wohl mit der Post schicken. Ihr Gatte hat mir schon die Adresse…
Aber bitteschön. Keine Ursache. Nein, ich will kein Geld. Ich will ein Gewitter das es nur so ballert und Regen und kühle Luft und endlich wieder einen klaren Kopf. Trotzdem danke.
Spät am Abend hat die Tochter dann selbst angerufen. Wir haben uns verabredet am Bahnhof, kurz bevor ihr Zug fährt. Dreiviertel neun ist früh genug sage ich. Dreiviertel? Warten Sie mal, das ist dann viertel vor neun, richtig? So sieht’s aus.
Jetzt hat sie ihr Handy wieder und ich bin früh aufgestanden, obwohl ich gar nicht gemusst hätte. Auf der Rückfahrt mache ich ein paar Zufallsfotos aus dem Handgelenk mit meiner kleinen Kamera. Diese Idee hab ich gestern bei Annik Rubens aufgeschnappt, deren Podcast mir zwar auf die Nerven geht, aber manchmal ist was Interessantes dabei. Genau wie bei mir. Ich geh mir auch auf die Nerven.
Das Leben kann so einfach sein
28. Juli 2006
…im Moment läuft der AUTO Modus.
Ähnlichkeiten sind rein zufällig
27. Juli 2006
Eric hat mir dieses wertvolle Southpark Edition Moderatorenportrait übersendet. Mein Kopf ist nicht ganz so rund, aber sonst…
Podcast Nummer 36
25. Juli 2006
Interview mit Peter Kapfhammer von der Railworld Gera
Music:
Authist & Dub One - A Taste of Easiness
Hotel Schwarzer Bär Gera
23. Juli 2006

Ich lese gerade ein Buch über ein Hotel das es mal in Gera gegeben hat. Es hieß “Schwarzer Bär” und war das beste Haus am Platz, mitten in der Stadt.
Die Autorin Johanna Schmidt (geb. 1914) wuchs als Tochter der Familie Fischer auf, welche das Hotel besaß und betrieb. Schmidt schreibt über ihre Kindheit in Gera, den Hotelbetrieb, die Menschen von damals und liefert viele Details über die Stadt, die ich sonst nirgendwo gelesen habe.
Was ich besonders schön finde ist, dass Gera besonders in den 20er und 30er Jahren eine absolute Boomtown gewesen sein muss. Nicht nur im Sinne von Wirtschaft, sondern auch was die Bedeutung der Stadt für Deutschland betraf. Hier ist einfach viel passiert. Es waren immer hochkarätige Gäste hier, die natürlich im “Bären” abstiegen und somit von Johanna (Fischer) Schmidt registriert wurden. Schauspieler, Opernsänger (das Theater war damals eines der besten überhaupt), Politiker, Flieger.
Schmidt schreibt außerdem über die Menschen die damals im Hotel gearbeitet haben. Die Kellner, die Köche, Küchenjungen, Zimmermädchen und deren Anekdoten über gewisse Gäste. Aus den Erzählungen kann man sich in die damalige Zeit hineindenken und sich vorstellen wie sich die Menschen verhalten haben und sogar wie sie gesprochen haben. Ganz anders als heute.
Im Buch findet man viele Abbildungen und Fotos, die das Hotel und wichtige Personen der Handlung zeigen.
Das Hotel wurde nach dem Krieg zwangsenteignet und als “HO Schwarzer Bär” fortgeführt. 1976 wurde das gesamte Gebäude gesprengt.
Johanna Schmidt verließ Gera in den 1940ern und lebt heute in Hamburg. Das Buch schrieb sie 2004. Erhältlich in Geraer Buchhandlungen oder online.
Podcast Nummer 35
21. Juli 2006

25 min, 12 MB
Guten Morgen
Podcasten im Bett
Blog/Podcastempfehlung: Spreeblick
Schwitzen bei DB
Neue GEMA Tarife für Podcaster
Toni Mahoni
Jungbrunnen? Nein Danke.
Holundersekt
Ciao
Music:
Mark LaForme - Good Morning Mrs. Johnson
The Lingus - In the morning sun
Adam Schmitt - The morning after
Audiokommentare hinterlassen
18. Juli 2006
Ich habe gerade eine Funktion bei Podster entdeckt, die es euch möglichen machen sollte, Audionachrichten für mich zu hinterlassen.
Mal sehe ob das funktioniert.
Podcast Nummer 34
17. Juli 2006

17 min, 8 MB
Hallo?
So nimmt man mp3 Kommentare auf.
Audacity
Music:
American Heartbreak - Postcards from Hell
Derek Sonderfan - Women are insane
Century Media Records - God Forbid - End of the World
Captain WAM - You skinny women
Steel Cage Records - Blare Bitch Project - Knock me out
Natives of the new Dawn - People
Charles: Mein Hut und die Reitstiefel bitte.
17. Juli 2006
Gestern war ich in Ägypten. Kurzbesuch.
Das war sehr schön obwohl es schon aufgrund der Kürze ziemlich hektisch wurde. Zuerst die Formalitäten am Geraer Flugplatz. Reisen ins nichteuropäische Ausland bringen für Privat-Touristen gewisse Hürden mit sich.
Dann der Start. Der Radio-G Jet schaffte es gerade so, denn die Tanks waren voll und die Startbahn kurz. Noch. Das kann und sollte sich bald ändern.
Champagner?
In Kairo waren es gegen Mittag fast 40 Grad. Das Haar sitzt. Bei mir kein Problem. Wenigstens gab es keinen Sandsturm. Ägyptische Sandstürme sind fies.
Die Zollbeamten okay. Kein Stress bei dem Wetter.
Mit einem Jeep ging es raus nach Giza. Die Pyramiden waren noch gar nicht zu sehen, da sprangen schon Kinder aufs Auto und wollten irgendwas verkaufen, oder vielleicht auch einfach nur Geld. Keine Ahnung. Falls sie englisch sprachen, dann einen nicht verständlichen Dialekt. Zentralverriegelung zu. Freundlich winken.
Ein Kamel solle ich mieten, sagte meine Begleiterin, und damit zur Cheops-Pyramide reiten, aber das war mir dann doch zu abenteuerlich. Wir stapften durch den Sand, mehrere hundert Meter.
In der Pyramide war es noch heißer als draußen und es roch, na ja, wie es halt riecht an einem Ort der seit 4000 Jahren nicht gelüftet wurde. Gänge ohne Ende, niedrig, Holzplanken, Seile zum festhalten. Nicht schön als Spaziergang. Entweder waren die Ägypter damals extrem boshaft oder einfach nur klein. Sehr klein.
Abends würde es eine Lasershow geben, direkt an der Pyramidenwand, sagte man uns. Aber leider mussten wir zurück. Das Geraer Nachtlandeverbot.
Auf dem Weg zurück in die Stadt hielten wir an einem der vielen Saftläden und tranken frisch gepressten Erdbeersaft mit Eis aus Litergläsern. Fantastisch.
Am Flughafen noch ein schneller Bummel durch die Goldgeschäfte. Das passiert immer wenn man Frauen dabei hat. Und dann zurück ins Flugzeug und ab nach Norden. Das Mittelmeer ist genial und die Alpen fantastisch von oben. Man möchte am liebsten zwischenlanden.
Ein riesiges Gewitterband über Südbayern. Cumulu-Nimbus so weit das Auge reicht. Umleitung nach Osten. Über Prag nach Bratislava und Dresden. Dann endlich Gera. Landung 10 Minuten vor Ladenschluss. Wunderbar.
Der Abend endete in fröhlicher Runde mit einer von mir gekauften Wasserpfeife und einem ganz besonderen Tabak.
Coco Chanel: Luxus ist nicht das Gegenteil von Armut. Er ist das Gegenteil von Gewöhnlichkeit.
Brotweitwurf
17. Juli 2006
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Gestern beim olympischen Entenfüttern auf der Untermhäuser Brücke.
photo: Michael Sonntag





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