Podcast, Nummer 8
8. März 2006
23min, 11MB
Shownotes
- neues Blog Design, by Hape und Michael
- Silli, die Fakten, die Wahrheit und die englische Sprache
- Annik Rubens bei Adam Curry
- Mein Rücken und das deutsche Gesundheitssystem
- Handy-Fahrkarte
- Can I have a cheeseburger please?
Musik
Laura Clapp – Hey hey sister
Ola Onabule – Soul Town
Podcast, Nummer 7
4. März 2006
Shownotes:
- Heute mal unter 20 min
- Feedback, Gemecker :o)
- Basslastig
- Radio-G International
- Manuskript versus Stichpunkte
- Flower Power
- Kaffeetrinken mit Rene in Jena
- Soundseeing
Musik:
Geoffrey C. Smith - Not on the radio
Pete Schlegel - Something strong
Original-Photo des Mikrofons im Radio-G Logo: Duchamp
Gera Postcard, Nummer 16
3. März 2006

photo: Michael Sonntag
Mach dich locker!
2. März 2006
photo: Fettgusche
Die Humboldstrasse ist dunkel. Manche Schaufenster werfen ein fahles Licht auf die Strasse. Weiter hinten flackert etwas. Das muss sie sein, die neu eröffnete Flower Power Bar.
Am Eingang steht ein freundlicher Langhaarzopf mit Bierbauch. Er läd mich ein hinein zu kommen und ködert mich unfair mit einem Freibiercoupon auf recyceltem Papier. Dass ich ohnehin rein wollte, sage ich ihm nicht.
Drinnen riecht es nach frischer Farbe. Während sich die ersten Gäste an kostenlosem Bier gütlich tun, eilen handwerklich begabte Menschen durch die Lokalität und legen letzte Hand an.
Mein erster Eindruck ist von einem gewissen Chaos geprägt. Die Gäste wissen noch nicht so recht wo sie stehen sollen, Sitzplätze gibt es eigentlich nur an der Bar. Die zweite Etage ist nicht zugänglich. Dort wird noch gehämmert.
Die drei Barfrauen stehen sich gegenseitig im Weg und die Nervosität ist ihnen anzusehen. Es flutsch halt noch nicht so richtig, wie eigentlich meistens bei einer Ersteröffnung. In einer Woche wird man die Damen nicht mehr von Profis in anderen Lokalen unterscheiden können. Da bin ich sicher.
Köstritzer Pils gibt es nicht. Dafür Altenburger. Das erste Bier geht gut ab, beim zweiten zucke ich etwas zusammen: 2,70 Euro für den halben Liter. Ich erinnere mich, irgendwo etwas von „kostengünstig“ gelesen zu haben. Aber vielleicht hab ich das auch nur falsch verstanden.
In meinen Tagträumen hatte ich mir ausgemalt, im Flower Power völlig breite, bis zur Besinnungslosigkeit gestonte Halbnacktschönheiten vorzufinden, aber dieser Wunsch ist mir nicht erfüllt worden. Die Kundschaft ist recht bunt und das Durchschnittsalter dürfte etwa bei 30 liegen. Ein paar Hippies sind auch dabei.
Neben mir an der Bar sitzt ein Pfeife rauchender Berliner, der einem Geraer in schönstem Icke-Deutsch die Gewichtung der hiesigen Kneipenszene erläutert. Es geht gerade um acht Teenager die sich im Podium vier Cola teilen und auf diese Weise den Umsatz klein halten und „det könnte man ja allet anne Wand klatschen, weeste?“
Hinter dem Schädel des preußischen Gastroanalytikers wird ein Video des legendären Woodstock an die Wand geworfen. Bilder aus einem Hubschrauber, hundertausende Blumenkinder, die Bühne, die Bands, Stirnbänder, Riesenkoteletten, the greatest party ever.
Mein zweites Bier ist alle und mein Geiz weigert sich gegen die Bestellung eines dritten. Also kurzer Gang auf die Toilette. Dort ist alles prima und dann ab.
Insgesamt, finde ich, ist die Flower Power Bar ein Ort mit Potenzial. In zwei Wochen werde ich noch mal hingehen, um mir einen zweiten Eindruck zu verschaffen. Aber dann will ich ein paar Grashüpfer sehen. Das muss sich doch organisieren lassen!








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