Podcast, Nummer 12
31. März 2006
Shownotes
- Joe Turley
- Neues Mikro
- Skype Call-in Show (wie bei podcastra)
- GEMA Regelung für Podcaster
- Rene kauft Donuts in Boston
- Spam ohne Ende
- Diäten und Omas
- W-LAN im Bagelshop
- Braves Frauchen!
Musik
Joe Turley – Like I do
Bari Koral – Aspiring Angel
Gera Postcard, Nummer 18
26. März 2006

photo: eric späte
Podcast, Nummer 11, Sondersendung
26. März 2006
Heute geht es um den Sächsischen Bahnhof in Gera.
Musik:
Laura Clapp - The other half of me
Podcast, Nummer 10
22. März 2006
Shownotes
- Leipziger Buchmesse
- Blogspot not a G-spot anymore
- Ich bin auf Diät
- Es war einmal in Amerika
- Jazzabend im Sächsischen Bahnhof
Musik
The Cool Waters Band – Hey Alright
Robin Stine – Sweet Blossom
Es war einmal in Amerika…
21. März 2006
Kennen Sie das? Ein dumpfer Schmerz in der Magengegend, der dann langsam nach unten rechts wandert, Sie fühlen sich wie aufgebläht, bekommen Krämpfe, gehen zum Arzt und der sagt: “Tja, mein Lieber. Das ist der Blinddarm und der muss raus. Sofort.”
Genau das ist mir passiert, vor ein paar Wochen und eine neue Welt tat sich vor mir auf: Dass amerikanische Gesundheitssystem.
Ich war gespannt, natürlich. Keine Ahnung wie es sein würde. Bisher war ich nur einmal im Krankenhaus, als Kind, 1979. Toll ist es nicht gewesen und die Narbe die übrig blieb ist, im Vergleich zur Schwere des chirurgischen Eingriffs, überdimensioniert.
In der Hoffnung, dass das nicht wieder passieren würde, checkte ich im hiesigen Spital ein. Als erstes wurde ich registriert und bekam ein Papierarmband mit meinem Namen, wirren Zahlen und einem Strichcode drauf, damit ich nicht verloren ging. Dann wurde ich in den Emergency Room geführt, erhielt den unvermeidlichen Krankenhauskittel (hinten offen) UND eine aufgepasst(!) in der Mikrowelle aufgewärmte Decke, damit ich nicht fror. Wow! Das ist wie warme Nüsse in der Business Class, nur viel angenehmer.
Da der Doktor nicht sofort kommen konnte, um mich zu sehen, wurde mir die zweite angenehme Überraschung des Tages zuteil. Eine Schwester kam herein und verabreichte mir freundlich lächelnd Demerol, intravenös. Das ist wie Marihuana, nur zehnmal so hart. Ich sage Ihnen, es gibt nichts schöneres, als sich nachmittags um drei mal für ‘ne halbe Stunde wegspritzen zu lassen. Man sieht bunte Bilder, die Sorgen verblassen, alles ist friedlich und das Warten wird zur Wohltat.
Als ich wieder klar wurde, kam der Doktor, drückte mich gezielt da, wo es am meisten weh tat, nickte weise und begann mich einzuweihen in die Agenda der darauf folgenden Stunden: Bluttest, Urintest, Röntgen. Wenn dann immer noch alles auf Blinddarm hindeutete, sagte er, würde operiert. “Noch heute Abend.”
Die Tests waren allesamt positiv und ich wurde in die OP-Vorbereitungsabteilung gerollt. Dort beantwortete ich, leicht lallend, circa 80 Fragen über meine Gesundheitsgeschichte und die meiner Ahnen, bis der Anästhesist eintraf und mir noch mehr Turbo-Drogen zur sofortigen Kenntnisnahme in die Blutbahn schoss. Fantastisch! Allein dafür würde ich wiederkommen. Meine Frau sagt, ich sei kurzfristig sehr lustig gewesen, wollte mindestens zehn Abschiedsküsse und hätte was auf Deutsch gefaselt. Kann sein.
Das nächste woran ich mich erinnern kann ist ein Krankenzimmer, das ich ganz für mich allein hatte. Das Licht war gedimmt worden, draußen war es Nacht, die Skyline der Innenstadt glitzerte in der Ferne. Der Fernseher lief, eine Talkshow, David Letterman. In meinem Schoß lag die Fernbedienung und mein Lieblingsbuch. Ich war im Himmel, ganz ohne Zweifel.
Die Schwester, die kurze Zeit später zu mir kam, sagte ich solle recht bald “ambulieren”. Nur gut, dass ich ein paar Fremdworte kenne. Sie meinte ich solle aufstehen und herumlaufen. Als ich wissen wollte was es auf sich hatte mit der Eile, sagte sie, dass ich am Nachmittag eh würde laufen müssen, denn dann könne ich nach Hause gehen.
Wie nach Hause? Jetzt schon?
Ja klar, das sei normal bei Blinddarm OPs.
Aha. Na ja, wenn sie das sagt.
Ich ging tatsächlich nach Hause und wenige Tage später war ich wieder voll auf. Dann kam die Rechnung vom Krankenhaus. Nach der kurzen aber deftigen Lektüre wollte ich nur eins: Noch so eine Spritze. Bitte, bitte!
Hallo Radio-G Leser und Hörer!
20. März 2006
Auf dieser Seite entsteht der neue Radio-G Blog.
Ich habe mich dazu entschieden, weil mein bisheriger Blogdienst Erreichbarkeitsprobleme hat. Mit anderen Worten: Ich kann nicht immer schreiben wenn ich will und ihr könnt nicht immer lesen wenn ihr wollt.
Das geht natürlich nicht!
Bis der Umzug komplett ist, könnt ihr Radio-G weiterhin über diese Webseite erreichen.
Messe, Teil 1
19. März 2006
Zuerst die Zahl: 126.000
Soviele Besucher hatte die Leipziger Buchmesse im Jahr 2006.
Ich bin Teil eines riesigen Menschenknäuels. Es müssen hunderte sein. Wie eine Straßenkreuzung treffen die Zugänge zweier Messehallen aufeinander. Alles steht. Auch die Luft.
Mir wird langsam schummrig. Aber das liegt gar nicht an der undeodorierten Luft, sondern an den vielen Menschenköpfen die vor meinen Augen tanzen. Es ist derselbe Effekt wie man ihn auf hoher See hat. Man kann den Horizont nicht erblicken und das Gleichgewichtszentrum im Innenohr meldet falsche Daten ans Gehirn. Daten, die mit denen der Augen nicht zusammenpassen. Ich schaue hoch an die Glaskuppel, dreißig Meter über mir.
Fremde Frauenbrüste drohen mich zu zerquetschen. Als potentielle Gefahr habe ich diesen Teil weiblicher Anatomie vorher noch nie wahrgenommen. Schöner Tot, zweifellos! Aber tot ist tot.
Ungeduld lodert auf. Menschen beginnen zu drängeln. Wohin, frag ich mich und fühle mich unweigerlich an Szenen der Pilger nach Mekka erinnert. Vierzig Tote hier, dreißig dort. Es wird ganz kurz noch mal sehr eng und dann endlich: Die Menge bewegt sich. Fünf Minuten später habe ich die Halle des Grauens verlassen und befinde mich im normalen Gedränge, dem ganz alltäglichen Buchmessewahnsinn.
Das Schöne an solchen Großveranstaltungen ist das Publikum, oder besser gesagt, seine Vielfalt. Große Menschen, kleine Menschen, dicke, dünne, hübsche Mädchen mit schönen Lippen und engen Jeans, ungekämmt pubertierende Söhne norddeutscher Pfarrersfamilien, Europäerinnen in indischer Volkskleidung, Geschäftsleute in schlecht sitzenden, dunklen Peek&Cloppenburg Anzügen mit rosa Schlipsen, Hakennasen, Stupsnasen, mittelalterliche Nasen, mit Sommersprossen und ohne. Alles dabei.
Obwohl ich ja heute da war, ist mir nicht ganz klar, was auf einer Buchmesse eigentlich passiert. Ich meine, was kann ein Verlag damit erreichen, auf einer Messe auszustellen? Leser anlocken, okay. Aber das geht mit Hilfe der Massenmedien doch viel wirksamer. Zumal Verlage auf der Buchmesse gar nicht verkaufen dürfen.
Autoren anlocken kann ich mir nicht vorstellen, denn welcher Autor schon mal versucht hat sein Buch bei einem deutschen Verlag an den Mann zu bringen, wird vertraut sein mit der Aussichtslosigkeit eines solchen Unterfangens. Es sei denn der Autor ist schon prominent.
Wenn Dieter Bohlen schreibt, ist es eigentlich egal was er schreibt. Hauptsache ER schreibt.
Wenn er mindestens zwei seiner ausgezutzelten Ex-Pop Partner und -innen verbal die Hosen auszieht wird es garantiert ein Hit, oder das literarische Pendant: Der Bestseller.
Ende, Teil 1
Podcast, Nummer 9
15. März 2006
Shownotes
- Gera oder Kitzbühel
- Sie und ich und… nichts
- Drinks mit Larry and Lauren
- Radio-G unterwegs
- Railworld
Musik
The Crystal Projects - Slide
Gera Postcard, Nummer 17
11. März 2006

photo: Michael Sonntag
Sie
11. März 2006

photo: misia blue
Im Cafe.
Sie schaut mich an. Als ob sie an mir vorbei schauen würde.
Aber ich weiß: Sie schaut mich an.
Sie ist fünfzehn Jahre jünger als ich. Mindestens! Trotzdem.
Ihre Augen sagen: „Sprich mich an!“ „Bitte!“
Ich weiß, es kann nichts werden. Sie ist jung. Sie ist wahrscheinlich in der Ausbildung. Weiß nichts über das Leben, nichts über mich.
Ich gehe zur Toilette und ziehe den Bauch ein. So ein Unsinn! Ich weiß es. Tue es trotzdem. Eine Farce.
Als ich zurück komme, schaut sie mich wieder an. Ihr Glas ist leer. Sie kann es sich nicht leisten ein weiteres zu bestellen.
„Jetzt!“ sagt mein Verstand.
„Niemals!“ sagt mein Ego.
Ich borge mir eine gelbe Serviette bei einem anderen Gast. Darauf schreibe ich: „Ich würde mich freuen wenn Du mich anrufst.“ Darunter setze ich meinen Vornamen und meine Telefonnummer. Dann stecke ich die Serviette in meine Hosentasche. Für später, denke ich. Niemals, weiß ich.
Oder vielleicht doch?
Sie zahlt.
Ihre Freundin schaut mich an. Etwas vorwurfsvoll.
Bin ich feige? Oder erwachsen? Entwachsen? Alt?
Sie geht. Ich überlege.
Mist!
Gott sei Dank!











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