Podcast, Nummer 6

28. Februar 2006

6. Podcast von Radio-G
20 Minuten lang. Dateigröße 9MB.
Moderator: Michael

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Shownotes:

- Girls and the City
- Zeitungsinterview
- Betrunken podcasten
- Immernoch keine Radio-G Showband
- Offizieller Ausrüster
- Wie wähle ich einen Oberbürgermeister?

Musik:

Lascivious Biddies – Hell of a Boy
Mike Errico - Skimming

Gera Postcard, Nummer 15

27. Februar 2006

Gera011.jpg

photo: michael sonntag

Hör mal!

24. Februar 2006

Podcast Empfehlung der Woche:

Girls and the City

Achtung Männer!
Stellt euch vor, ihr könnt Frauen zuhören, während sie über euch reden.

Radio-G Bilderrätsel

24. Februar 2006

Wer weiß wo das ist?

Tipps gibt’s keine. Preise auch nich. (Sorry)
Dafür gibt es im April eine Spezial-Reportage auf Radio-G zu diesem Thema.

Podcast, Nummer 5

21. Februar 2006


5. Podcast von Radio-G
22 Minuten lang. Dateigröße 10MB.
Moderator: Michael

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Shownotes:

- Krawumm!
- Geborgtes Mikrofon
- RSS Feed
- Abonnieren von Podcasts
- Aufstieg und Untergang: Kneipen

Musik:

American Heartbreak - Somebody

Lascivious Biddies - Famous

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Zwei Türme

19. Februar 2006

photo: Rene Schwietzke

Video (Peter, Fettgusche) 4,5 MB

9.10 Uhr. Die Sonne scheint. Tausende Menschen in Sonntagmorgenfrisuren. Kleinkinder auf Papaschultern, aufgeregten Unsinn plappernde Muttis, irgendjemand schenkt Kaffee aus. An den offenen Fenstern der Häuser stützen sich Omas auf Sofakissen. Beste Volksfeststimmung.
Wenn ich mir die Videokameras weg und eine Bühne mit Fähnchen wedelnden Funktionären dazu denke, dann ist er wieder da: Der erste Mai.

Aber es ist nicht der erste Mai, sondern der 19. Februar. Am Himmel über mir schwebt, laut und nahe, ein Polizeihubschrauber. Der Duft von Kerosin liegt in der Luft.
Vor mir ist ein rot-weißes Plastikband gespannt. Damit ich nicht in die Gefahrenzone vordringe. Auf den Straßenkreuzungen stehen gut gekennzeichnete Polizisten und winken Autos durch die Gegend, deren Fahrer nicht auf die Straße schauen.

Alle Blicke sind auf zwei Türme gerichtet, die heute fallen sollen. Jetzt gleich, in 20 Minuten. Die Schornsteine des Kraftwerks Gera Süd müssen weichen. Ich vermute mal für ein Kaufhaus. 120 Meter ragen sie auf, fast neu sehen sie aus. Auf dem linken Turm hat jemand einen Spruch aufgesprüht und es muss sich um einen Akrobat gehandelt haben. Er hat oben angefangen und sich nach unten durch grafittiert. Auch sein Werk wird gleich ausgelöscht werden. 9.20 Uhr.

Mein Telefon klingelt. Ein Freund. Er steht auch an den Schornsteinen, aber an den falschen, draußen an der Autobahn, umringt von anderen Fehlgeleiteten. Ich gebe ihm die Koordinaten zum korrekten Kraftwerk.

Ich hänge mir die Kamera vor die Brust, schalte sie ein, das Objektiv zurrt nach vorn. Piep. Sie ist bereit. Das Licht ist gut, die Reichsstraße heute äußerst fotogen.

Krawumm!
Der Boden bebt. Mein Magen schwingt im Takt der Druckwelle. Wie denn, was denn? Es ist doch erst 9.27 Uhr.

Krawumm!
Na gut, dann wenigstens noch ein paar Panikbilder. Ein Turm ist schon völlig weg, der andere hängt schief in der Luft. Und jede Menge roter Staub. Aber der ist kein Problem. Denke ich.

Zehn Sekunden später quillt der Staub in die Häuserschluchten der Reichsstraße, weitere zehn Sekunden darauf wird es neblig im Ostviertel. Sichtweiten unter hundert Meter. Menschen fliehen hustend. Ich schwinge mich auf mein Fahrrad und strample bergan, heraus aus dem Talkessel.

Bis an den Rand der Innenstadt muss ich fahren um wieder frei atmen zu können. Dann ist aber auch schon egal. Mein Haarspitzen sind ergraut und meine schwarzen Schuhe nicht mehr ganz so schwarz wie noch vor fünf Minuten.

Das Adrenalin wirkt gut nach. Von trägem Sonntagsgefühl keine Spur.
Aber ein Bild drängt sich mir auf. Dasselbe Bild, das sich allen aufgedrängt hat die heute dabei waren.
Die Erkenntnis und das flaue Gefühl, dass wir es unendlich gut haben, wie zerbrechlich und wertvoll die Ruhe ist und der Frieden, von dem wir meinen, er sei normal.

In and Out, Teil 2

18. Februar 2006

wine.jpg

Hier geht es zu Teil 1

Teil 2

Der Bedienung merkt man sofort an, wenn sie keine Lust hat. In Einzelfällen entschuldige ich das, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie sich das Verhalten der Gäste auf die Psyche der Belegschaft ausübt. Wenn es oft passiert, sitzt das Problem tiefer. Schlecht bezahlt, überarbeitet, der Chef legt die Stellenbeschreibung etwas freizügiger aus als erwartet, oder einfach die Nase voll vom immergleichen Trott. Dann ist es eh Zeit für was Neues.

Genau das bestätigte mir der Wirt des Literaturcafes Pegasus in der Späthe-Passage. „Angestellte müssen wirklich Angestellte sein. Sie müssen zum Haus gehören und vom Haus bezahlt werden.“
Gemeint ist die Praxis vieler Kneipen, Cafes und Bars, ihre Belegschaft kostengünstig aus Lehrlingen zu rekrutieren, oder anderen staatlich bezahlten Menschen. Diese sind von vorn herein demotiviert oder zumindest schwer motivierbar. Sie werden ausgebeutet.
Festangestellten fließt der Lohn ihrer Arbeit direkt zu und sie verhalten sich eher wie Unternehmer. Was gut fürs Geschäft ist, ist gut für sie.

Überhaupt ist der Erfolg einer Kneipe absolut vom ehrlichen und ideellen Unternehmergeist des Wirtes abhängig. Halbherzigkeiten funktionieren nicht. „Wenn ich an meine Tür schreibe, dass ich um 18.00 Uhr aufmache, dann muss ich auch da sein, jeden Tag. Egal ob Gäste da sind oder nicht.“ Manche Wirte sehen das etwas gelassener und passen ihre Öffnungszeiten dem momentanen Zulauf an. Einmal mag das gehen. Auf Dauer schadet es.

Auch ein gewisser Stadtpatriotismus wurde mir als Erfolgsfaktor genannt. Das persönliche Interesse am Wohlergehen der eigenen Stadt also, über das persönliche Wohl hinaus. Wer das ehrlich verinnerlicht hat, der strahlt es aus und wirkt als Gastgeber authentisch.

Das Ambiente hatte ich ja im ersten Teil schon erwähnt, obwohl es so schwer zu greifen ist. Was man aber sagen kann, ist dass eine persönliche, heimelige Atmosphäre auf lange Sicht gut funktioniert. Kahle Kneipen funktionieren auch, aber aus anderen Gründen.
Ein Cafegast mit dem ich sprach brachte es auf den Punkt: „Es gibt Kneipen, in die geht man um zu sehen und gesehen zu werden. Dort ist Modenschau. Was gibt es neues in dem Klamottenladen, was in jenem? Wenn ich einen schönen Abend haben will geh ich dahin wo der Wirt mich kennt, wo ich mich nicht verstellen muss, wo ich mich entspannen kann.“

Podcasting für Fortgeschrittene

18. Februar 2006

Wisst Ihr schon was das ist?

Nächsten Podcast hören! Dort wird es erklärt.

Danke Heinrich

17. Februar 2006

17. Februar 1857

Die Zeitung “La Presse”, Paris :
Henri Heine, l’illustre poète allemand, a succombé, le 17 de ce mois, à la longue et doloreuse maladie dont il était atteint depuis près de huit ans. Les obsèques auront lieu demain mercredi, à 10 heures. On se réunira à la maison mortuaire, avenue Matignon, n° 3. Les amis et les nombreuses connaissances de l’illustre défunt qui n’auraient pas reçu de lettre de faire part sont priés de regarder comme telle la présente insertion.

Heinrich Heine, der berühmte deutsche Dichter, ist am 17. dieses Monats der langen und schmerzhaften Krankheit erlegen, an der er seit fast acht Jahren litt.
Die Beisetzung wird morgen, Mittwoch, um 10 Uhr stattfinden. Man wird sich im Trauerhaus in der Avenue Matignon 3 treffen. Die Freunde und zahlreichen Bekannten des berühmten Verstorbenen, die keine Familienanzeige erhalten haben sollten, werden gebeten, die vorliegende Annonce als solche zu betrachten.

Heinrich Heine ist in aller Munde. Manchmal werden seine Werke vorgelesen. Oft werden sie vertont. Man könnte sagen, Heine ist ein Superstar. Und das seit mindestens 150 Jahren. Nimm das, Heino!

In diesem Jahr ist alles noch etwas intensiver. Es ist Heine Jahr. Und es darf ruhig gesagt werden: Mozart, der heuer auch gerade ein Jahr hat, ist weit abgeschlagen in den Charts der klassischen Mega-Künstler. Das könnte zum einen daran liegen, dass Mozart nicht so viel gesagt und geschrieben hat. Heine hingegen hat nicht nur geschrieben. Er hat eigentlich alles geschrieben, was es zu schreiben gibt und er tat es auf so zeitlose Art und Weise, dass viele seiner Texte noch heute so aktuell klingen wie damals.

Mit diesem Gedanken ging ich gestern Abend ins Courtyard Marriott Hotel in Untermhaus.
“Club der Toten Dichter“ hieß die Veranstaltung. Dirk Zöllner hatte sich mit anderen Musikern zusammen getan um einige Heine Gedichte zu vertonen. Ich hoffte auf Hochkultur.

Netto war da ein großer Seminarraum, eine Bühne und circa 100 Sitzplätze, fast alle besetzt von Menschen, die 16 Euro Eintrittspreis für nicht übertrieben hielten. Meine Frage an den Tonmann, ob ich selbst etwas mit meinem Mikrofon aufnehmen könne, wurde an einen Managereverdächtigen Herren weitergeleitet und von diesem freundlich aber bestimmt abgelehnt: „Nein, bitte nicht.“ Fotografieren dürfe ich aber.

Dann kam die Band und machte schöne Live Musik, die ich euch hier gern in Ausschnitten kredenzt hätte, aber: „Nein, bitte nicht.“ Ich weiß nicht welche Interessen ich mit einer Aufnahme verletzt hätte, aber ich will zugestehen, dass die Herren nicht wussten wer ich war (ha ha) und ich mich ja auch vorher hätte anmelden können. Ich werde das prüfen, denn in einem Monat treten sie mit dem gleichen Programm nochmals auf, diesmal in Leipzig.

Also gut war es auf jeden Fall. Der Musik wegen. Aber es muss auch andere Erwartungen gegeben haben, denn außer mir verließen noch mehr Gäste in der Halbzeitpause den Schauplatz. Vor mir lief ein junges Pärchen und in angemessenem Abstand zum Ausgang des Hotels machte sich die Dame Luft: „Na so ein Scheiß!“

So weit würde ich nicht gehen.

Podcast, Nummer 4

16. Februar 2006

4. Podcast von Radio-G
20 Minuten lang. Dateigröße 9MB.

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Moderator: Michael

Shownotes:

- Jingle, Acapella Fidelity
- Schlaflos in München
- Podcastproduktion
- Adam Curry
- Zuhörerin!
- Jena
- Hintern gucken im Downtown

Musik:

Collin Raye - Hurricane Jane

Elisabeth Lohninger Quartett - Pour-quoi

Natalie Brown - In my dreams

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